Dossier Verbände (Teil 2)

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So reist der Leichtathletik-Verband

Wenn der Leichtathletik-Verband seine Spitzensportler auf Reisen schickt, ist vom Reisebüro Höchstleistung gefragt.

von Martin Jürs, 27.06.2016, 14:00 Uhr
Das Sportgerät der Stabhochspringer hat nicht in jeder Maschine Platz.
Foto: Thinkstcok

Die größten Probleme auf Wettkampfreisen bereiten stets die Stäbe der Stabhochspringer. Kein Wunder, schließlich ist deren Arbeitsgerät bis zu 5,40 Meter lang. Das hat nicht im Frachtraum eines jeden Flugzeugs Platz. „Früher hat man die Stäbe zum Teil einfach in den Gang der Kabine gelegt“, erzählt Siegfried Schonert, Teammanager der Nationalmannschaft beim Deutschen Leichtathletikverband (DLV). Heute sei dies aufgrund der erhöhten Sicherheitsanforderungen nicht mehr möglich, so Schonert, der auch die Reisen zu Olympia, Welt- und Europameisterschaften sowie anderen internationalen Sportevents koordiniert. Aktuell hat Schonert wieder jede Menge zu tun. Schließlich gilt es die Reisen zu den im August im Rio de Janeiro stattfindenden Olympischen Spielen zu organisieren. Eine Herausforderung, zumal der DLV diesmal wohl ein Rekordaufgebot von rund 100 Leichtathleten nach
Brasilien entsenden wird.

Dafür, dass Sportler samt Gerät fachgerecht befördert und der passende Flieger gefunden wird, sorgen die Mitarbeiter von FCM Travel Solutions. Seit über 30 Jahren ist der Dienstleister für den DLV tätig und weiß um die besonderen Reiseanforderungen. Und von denen gibt es einige. So legt der DLV Wert darauf, dass die Sportler stets zusammen mit ihrer Ausrüstung auf Reisen gehen. Das ist bei Läufern kein Problem, doch bei Stabhochspringern, Speerwerfern, aber auch Kugelstoßern und Hammerwerfern sorgt dies regelmäßig für Sperr- und Üb

Schwergewicht im Sport

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ist Dachorganisation von 7753 Vereinen mit zusammen mehr als 850.000 Mitgliedern. Er ist der sechstgrößte Fachverband innerhalb des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). International ist der DLV der mitgliederstärkste Leichtathletik-Verband der Welt. Geführt wird der 1949 unter dem heutigen Namen gegründete Verband seit 2001 von Präsident Clemens Prokop.

ergepäck.

Zumal nicht nur das eigentliche Sportgerät Platz finden muss. Auch sonstiges Material, vom Verbandskoffer bis hin zur Massagebank, darf nicht fehlen.

Das alles verursacht zum Teil erhebliche Mehrkosten. „Je nach Teilnehmerzahl und Veranstaltung kommen da schon mehrere Tausend Eurozusammen“, sagt Albrecht Gürtler, bei FCM Travel Solutions Regionalleiter für Süddeutschland und für die Betreuung des DLV zuständig.

Ein günstigerer Transport der Ausrüstung in einem separaten Frachtflieger kommt für Schonert allerdings nicht in Frage: „Dann stecken die Sachen nachher im Zoll fest und stehen den Athleten nicht rechtzeitig zur Verfügung.“

Das aber geht laut Teammanager Schonert gar nicht. So nimmt der DLV den Aufpreis in Kauf. Wobei der Verband bei seinen Reisen durchaus auf die Kosten achtet. „Wir müssen wirtschaftlich denken“, betont der DLV-Manager. Dafür sorgt schon die Finanzierung durch das Bundesinnenministerium.

Geflogen wird meist Economy

So fliegen die DLV-Teams in der Regel Economy Class. Nur für absolute Top-Athleten wird mitunter eine Ausnahme gemacht. Und auch hier ist oft ein Eigentanteil fällig. Trotzdem, die Kosten sind nicht alles. Es gilt Reisezeiten und Routen zu wählen, die die Sportler nicht zu sehr stressen. „Das zahlt sich im Wettkampf aus“, sagt Schonert. Schließlich sollen die Aktiven bei Olympia & Co eine Top-Leistung bringen.

Events wie Olympia, Welt- und Europameisterschaften sind die Höhepunkte für jeden Sportler und sorgen bei FCM Travel Solutions für die meiste Arbeit. Doch die einzigen Reisen sind es nicht. Pro Jahr betreuen die FCM-Mitarbeiter 700 bis 800 Reisen von DLV-Athleten zu internationalen Wettkämpfen, darunter zum Beispiel auch Fahrten der Nachwuchskader zu internationalen Meisterschaften. Hinzu kommen Trainingslager und individuelle Dienstreisen etwa von Verbandstrainern und Funktionären zu Tagungen, Fortbildungen, Kongressen oder Treffen internationaler Verbände.

Doch das ist Tagesgeschäft für die FCM-Mitarbeiter. Ihre Expertise ist bei den Gruppenreisen zu Wettkämpfen gefragt. Und die weiß der DLV durchaus zu schätzen. So hatte bei der letzten Ausschreibung des DLV-Etats ein FCM-Wettbewerber ein günstigeres Angebot vorgelegt. Der Verband entschied sich trotzdem für eine Fortsetzung der Partnerschaft mit der Geschäftsreisetochter der DER Touristik. Siegfried Schonert: „Es geht nicht nur um Kostensenkung, es geht auchumdenServiceunddieQualität der Leistung.“

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