Dossier Verbände (Teil 5)

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Die besten Flüge nach Nahost

Kaum eine Region ist an Deutschland so gut angebunden wie der Nahe Osten: Etliche Airlines konkurrieren hier um die Passagiere. Gut für Travel Manager: Wegen der großen Konkurrenz bewegen sich die Preise auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

von Oliver Graue, 27.06.2016, 14:00 Uhr
Erst 2014 eröffnet: Hamad International Airport in Doha (Katar).
Foto: HIA

Der Nahe Osten zählt zwar zu den Krisenregionen der Welt, und erst im April hat das Außenministerium der USA vor möglichen Gefahren sogar in Saudi-Arabien gewarnt, das seinerseits mit dem Iran über Kreuz liegt. Grundsätzlich jedoch scheinen die Diskussionen der touristischen Entwicklung insbesondere den Vereinigten Arabischen Emiraten nichts auszumachen. Länder wie Abu Dhabi und Dubai melden immer wieder Rekordjahre, und auch die anderen Emirate sowie Katar positionieren sich sowohl als Urlaubs- als auch als MICE-Destination.

Golf-Airlines auf Vormarsch

Dabei haben die Nahoststaaten einen enormen Vorteil: Kaum eine Region ist flugtechnisch so gut an Deutschland angebunden wie sie. Dass der Wettbewerb unter den Fluggesellschaften groß und das Flugpreisniveau vergleichsweise niedrig ist, liegt an einem Ziel, in dem sich die Emirate gegenseitig übertrumpfen wollen: Wer verfügt über die größte und modernste Airline der Welt? Anbieter wie Emirates, Etihad und Qatar sind längst weltweit auf dem Vormarsch.

Im Fokus stehen dabei nicht allein die arabische Heimatstaaten, sondern mindestens ebenso die Anschlussziele vor allem in Asien, Afrika und Australien. Die Zahl der Umsteiger in Abu Dhabi, Dubai oder Doha ist groß, entsprechend modern und attraktiv präsentieren sich die Flughäfen. Erst kürzlich etwa nahm in Dubai das neue Termine 1 D seinen Betrieb auf, an dem 70 internationale Fluggesellschaften andocken können und das die Passagierkapazität des Airports von derzeit 75 auf 90 Mio. pro Jahr erhöht.

Heimspieler Emirates nutzt künftig exklusiv das Terminal Concourse C, das derzeit renoviert wird. In Doha wiederum wurde vor zwei Jahren der neue Flughafen Hamad International eröffnet – natürlich mit einem Erstflug der lokalen Qatar Airways.

Mega-Jets im Aufwind

Die staatliche Gesellschaft des Emirats hatte zwar die Auslieferung von vier bestellten Riesen-Airbus A-380 um ein Jahr verschieben lassen, dennoch sollen noch in diesem Jahr 14 weitere Routen via Doha das Flugprogramm ergänzen. Auf dem Plan stehen Ziele wie Auckland (Neuseeland) und Windhuk oder Libreville und Lusaka in Afrika. Auch zwischen Doha und dem Emirat Ras Al Khaimah verkehrt Qatar Airways seit diesem Jahr.

Wettbewerber Emirates hat erst vor wenigen Wochen ab München eine dritte tägliche Route nach Dubai gestartet, auf der nun der A-380 zum Einsatz kommt. Auch sollen schon bald beide Düsseldorf-Routen mit dem Mega-Jet geflogen werden. Derzeit ist dort auf einem Flug noch eine B-777 unterwegs.

Oman und Kuwait offensiv

Für Air Berlin und Etihad schließlich war es die beste Nachricht des Jahres, als das Luftfahrt-Bundesamt die zunächst umstrittenen Code- Share-Verbindungen endgültig genehmigt hatte. Insgesamt können die Airlines damit 26 Routen weiterhin gemeinsam
anbieten, ganz besonders wichtig sind dabei die Strecken von Berlin-Tegel und von Düsseldorf nach Abu Dhabi.

Aber auch kleinere Wettbewerber investieren in ihre Produkte. So will Saudi-Arabien seine Airline Saudia nach dem Vorbild von Emirates & Co zu einer Top-Fluggesellschaft machen; ein entsprechendes Restrukturierungsprogramm startete bereits im vergangenen Jahr. Bis zu 100 neue Flugzeuge will man bestellen, bereits jetzt sind drei neue Dreamliner Boeing B-787 in der Luft. Saudia fliegt zudem ab 4. Juli 2016 neu ab München nach Riad, an zwei Tagen mit Stopp in Dschidda.

Konkurrent Oman Air setzt auf der Strecke Frankfurt–Muscat ebenfalls zeitweise dieses Modell ein. Daneben fliegen ab Deutschland Gulf Air nach Manama (Bahrain) und Kuwait Airlines nach Kuwait-Stadt. Letztere startet ab Juli 2016 außer in Frankfurt auch in München und Düsseldorf in die 64.000-Einwohner-Metropole. Gleich mehrere Ziele in der Region bedient auch Lufthansa ab Frankfurt. Die deutsche Airline fliegt in den arabischen Golfstaaten neben Dubai und Doha auch Riad und Dschidda in Saudi-Arabien sowie Amman (Jordanien) an.

Zu dem mit Abstand wichtigsten Wettbewerber für die arabischen Airlines und Lufthansa hat sich in den vergangenen Jahren jedoch Turkish Airlines entwickelt. Sie hebt inzwischen ab 17 Flughäfen in Deutschland und Österreich ab und steuert via Istanbul nicht nur Hunderte Ziele etwa in Asien und Afrika an, sondern hat auch selbst etliche Nahost-Destinationen im Angebot.

Abu Dhabi, Dubai, Doha, Kuwait, Bahrain, Muscat, Amman und Akabe (Jordanien) gehören ebenso dazu wie zum Beispiel sieben Ziele in Saudi-Arabien und fünf im Irak. Eine Übersicht über die wichtigsten Airlines und ihre Ziele in der Region liefert unsere Tabelle.

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