End-to-End und Door-to-Door

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Nahtlos buchen und reisen

„Modernes Travel Management“, so nennen wir unsere neue BizTravel-Serie, in der wir aktuelle Themen der Branche erörtern. Heute geht es um neue Techniklösungen, von Door-to-Door bis End-to-End.

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von Oliver Graue, 17.05.2017, 08:00 Uhr
Buchen und reisen möglichst simpel – die Technik hilft.
Foto: shutterstock

Sam ist zwar kein Mensch, aber er antwortet wie ein Mensch. Bei dem „Smart Assistant for Mobile“ von FCM Travel Solutions handelt es sich um den ersten sogenannten Chatbot im Geschäftsreise-Bereich, also einen kommunizierenden, virtuellen Roboter. Die Software unterstützt den Mitarbeiter unterwegs, gibt Tipps und beantwortet Fragen. Dabei werden auch hinterlegte Profile und Reiseinfos berücksichtigt und verarbeitet. Je öfter Sam genutzt wird, desto genauer und umfangreicher sind seine Auskünfte.

Ob Chatbots, neue Buchungsportale, Direktanbindungen zu Fluggesellschaften oder erweiterte Datenbanken: Neue Technologien gehören zu den Trends in der Reisebranche. Denn die viel beschworene Digitalisierung schlägt sich auch im Travel Management nieder. Wobei Digitalisierung hier vor allem bedeutet, den gesamten Geschäftsreiseprozess von A bis Z online zu integrieren: aus einem Guss. Die Schlüsselwörter lauten End-to-End und Door-to-Door (von Tür zur Tür).

Ein einziges Ticket für alles

Bei Letzterem geht es darum, dass Reisende mit einem einzigen Ticket – mindestens aber elektronisch durchgeplant – von der eigenen Haustür bis zum Treffen am Zielort gelangen, inklusive Flug, Bahn, Taxi, Fernbus, Mietwagen, Carsharing, Nahverkehr und sogar Fußweg. End-to-End hingegen heißt, den kompletten internen Buchungsprozess zu erfassen, ohne dass dabei das Medium gewechselt oder Daten erneut eingegeben werden müssten. Von der Genehmigung der Reise über Planung, Kostenberechnung und Buchung bis zur Abrechnung und dem Reporting macht die Maschine alles selbst.

Vor allem End-to-End sei ein Thema, dass bei den Firmenkunden „präsenter denn je“ sei, sagt Christoph Führer, Geschäftsführer von FCM Travel Solutions. Auch HRG-Deutschland-Chef Wolfgang Straßer beobachtet, dass derzeit viele Unternehmen mit größeren Reiseetats ihre internen Prozesse unter die Lupe nehmen und nach Effizienz abklopfen.

Noch Kinderkrankheiten

Den Unternehmen kommt entgegen, dass immer mehr Lösungen unterschiedlicher Anbieter auf dem Markt sind. Zu den bekanntesten Dienstleistern zählen Cytric (Amadeus), Concur, KDS und Onesto. Sie alle erweitern ihre Systeme derzeit, um den gesamten Reiseprozess abbilden zu können. So bietet Onesto eine zusätzliche Abrechnungssoftware, KDS hat sich auf Door-to-Door spezialisiert (siehe Kasten), und technisch am weitesten dürfte der von SAP übernommene US-Anbieter Concur sein. Das als reine Reisekosten-Software gestartete System bietet inzwischen eine vollwertige Buchungsfunktion und erfasst über „Triplink“ auch Buchungen, die nicht über vorgeschriebene Kanäle gebucht werden.

Allerdings: Das Ganze steckt noch in den Kinderschuhen. Vor allem die Schaffung elektronischer Schnittstellen zwischen Buchungs- und Reisekosten-Software, Reisebüro und Personalabteilung ist anspruchsvoll. Kompliziert und komplex ist etwa die Einbettung der End-to-End-Software in die bestehende Systemlandschaft des jeweiligen Unternehmens. Einen enormen Wettbewerbsvorteil dürfte hier Concur als SAP-Anwendung haben. Der Walldorfer Software-Riese verspricht sich mit seiner Lösung denn auch ein enormes Geschäft – das zeigt schon, dass SAP noch nie so viel Geld für die Übernahme ausgegeben hat wie vor drei Jahren für Concur. Etwa 6,5 Mrd. Euro ließ sich der Konzern diese kosten.

 
 
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