Germanwings und der dezentrale Verkehr der Lufthansa Passage wird zukünftig „aus einer Hand gesteuert“, sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz in Frankfurt.
Franz und der scheidende Finanzvorstand der Lufthansa, Stephan Gemkow, gaben sich leicht amüsiert, als sie jüngste Spekulationen über die Gründung eines neuen Billigfliegers kommentierten. Der Begriff „Direct 4U“, der von der Bild-Zeitung als Name für die Airline ins Spiel gebracht wurde, war tatsächlich ein Projekt. Darin waren Vorschläge zusammengefasst, wie die Geschäfte von Lufthansa Direct Services und Germanwings, Iata-Kürzel 4U, stärker integriert werden können.
Franz wies die Idee, eine neue Airline-Marke zu schaffen ebenso von sich, wie die Spekulation, die Marke Germanwings solle vom Markt verschwinden.
Gemkow: „Es hat sich gezeigt, dass zwischen den Punkt-zu-Punkt-Verkehren dieser beiden Bereiche mehr Ähnlichkeiten bestehen als zwischen den Direktverkehren und den Hub-Betrieben.“ So wurden die Vielfliegerprogramme „zusammengelegt“, die gegenseitige Darstellung im Vertrieb realisiert und gemeinsame Verträge mit großen Firmenkunden geschlossen. Nun soll die Intergration noch vertieft werden. Lufthansa hatte bereits Oliver Wagner im Herbst 2011 in die Geschäftsführung von Germanwings geschickt hat. Wagner ist bei Lufthansa für die Direktverkehre zuständig.
Wagner hat nun sicherzustellen, dass Lufthansa-Jets nicht im direkten Wettbewerb mit Germanwings fliegt. Germanwings werde sich noch stärker in Stuttgart positionieren als bisher und die Position in Köln halten. Die Direktverkehre aus Düsseldorf, Hamburg und Berlin übernimmt hingegen Lufthansa. Allerdings sagte Gemkow: „Wir werden beobachten, ob der Service der Lufthansa auch mit einem Premium beim Preis von den Kunden goutiert wird.“
Die Zahlen von Germanwings werden nicht mehr getrennt, sondern integriert in die Passage-Airline-Daten integriert. Gemkow sagte jedoch: „Germanwings hat im ersten Quartal ihren Verlust verringert. Wir sehen sie auf einem gutem Weg.“