Eurowings

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Wien wird Basis der Low Cost Airline

Lufthansa arbeitet unter Hochdruck an einer neuen, paneuropäisch fliegenden Eurowings. Nun gibt der Konzern einen ersten Standort der Airline außerhalb Deutschlands bekannt.

von Rita Münck, 18.02.2015, 13:10 Uhr
Der Flughafen Wien wird zweite Basis nach Köln/Bonn von Eurowings.
Foto: Flughafen Wien

Die Wahl fällt auf Wien. Dort sollen ab Herbst zunächst zwei Airbus A-320 von Eurowings stationiert werden. Die Maschinen werden in der neuen Eurowings-Lackierung abheben. Bereedert werden sie mit Crews von Austrian Airlines. Die Jets sollen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auf Europa-Strecken fliegen.

Wien ist eine Überraschung, denn lange war Basel als erster Standort außerhalb Deutschlands für die paneuropäisch fliegende Eurowings im Gespräch. Doch der Flughafen in der Schweiz ist bereits von Low Coster Easyjet belegt, der Einstieg dort wäre unter anderem deshalb problematisch geworden.

Neuer Kollektivvertrag mit Austrian-Personal

In Wien sind die Voraussetzungen besser. Auch weil dort eine kostengünstige Crew bereit steht. Dass Austrian-Mitarbeiter zum Einsatz kommen, hängt mit dem im Dezember 2014 abgeschlossenen neuen Kollektivvertrag der Austrian zusammen. Austrian-CEO Jaan Albrecht hat mit Piloten und Flugbegleitern gut verhandelt und so eine der günstigsten Plattformen im Konzern geschaffen. Lufthansa drückt es anders aus. Austrian schaffe „damit zusätzliche Perspektiven für die 900 Piloten und 2300 Flugbegleiter“. Die Aussage darf als Seitenhieb auf die Kollegen bei der Lufthansa (LH) verstanden werden. Die liefert sich derzeit einen erbitterten Kampf mit den Piloten um einen neuen, den Marktgegebenheiten angepassten Konzerntarifvertrag. Die Austrian-Piloten haben indes in ihrem Vertrag von Dezember auf die bei LH umstrittene Übergangsversorgung verzichtet.

Eurowings geht in Wien gegen Niki vor

„Ich freue mich, dass Wien die erste Basis der neuen Eurowings außerhalb Deutschlands wird. Damit können wir nach der Restrukturierungsphase den Standort weiter stärken und unser Angebot um Flüge für Privatreisende und preisbewusste Kunden ideal ergänzen“, sagt Albrecht. „Mit der neuen Eurowings gehen wir auch in Wien noch stärker in die Offensive und nehmen den Wettbewerb gegen Low Cost Airlines auf“, ergänzt Oliver Wagner, Leiter des Wings-Projekts bei Lufthansa und Geschäftsführer Germanwings. In Wien ist unter anderem die Air-Berlin-Tochter Niki aktiv, die wiederum auch im Sinne von deren Partner Etihad Airways fliegt. Etihad gehört neben Emirates zu den härtesten Wettbewebern des Lufthansa-Konzerns aus der Golf-Region.

In Deutschland fliegt Eurowings seit dem 1. Februar mit einem ersten Eurowings-A-320 ab Hamburg Ziele in Europa an. Nach und nach werden die bisherigen Eurowings-Flugzeuge jetzt durch A-320 ersetzt. Eine zweite Maschine befindet sich aktuell in der Umlackierung. Die neue Eurowings soll sich an preissensible Kunden, in erster Linie Privatreisende, richten. Ab Herbst 2015 werden ab Köln/Bonn auch zwei Langstrecken-Jets mit Eurowings-Bemalung abheben. Details zu den Zielen und zum Produkt will Lufthansa auf der ITB in Berlin bekannt geben.

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