Expo in Kasachstan

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Geboren aus dem Nichts

Noch bis zum 10. September 2017 läuft die Expo in Astana. Aber auch danach hat die Regierung Großes auf dem Gelände vor.

von Oliver Graue, 17.07.2017, 10:40 Uhr
Stilisiertes Windrad: Bei der Expo in Kasachstan dreht sich alles ums Thema „alternative Energien“.
Foto: Expo Kasachstan

Die Pläne sind groß: Wenn die Expo in der kasachischen Hauptstadt Astana am 10. September 2017 ihre Tore wieder schließt, soll sich ihre futuristische Pavillonlandschaft zum Finanzzentrum Mittelasiens wandeln. Losgehen soll es damit schon zum 1. Januar 2018. Ein Erlass des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew jedenfalls sieht vor, dass bis dahin die Nationalbank und alle Finanzinstitute ihren Sitz von Almaty nach Astana verlegt haben sollen.

Das Land, dessen Wirtschaft bislang auf der Erdölförderung basiert, ist auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Eine solche soll die Finanzbranche werden. Und sie soll andere Industriezweige mit sich ziehen: Derzeit steckt das gesamte Land wegen der niedrigen Ölpreise in einer Krise. Größere Bedeutung soll auch der Geschäftsreiseverkehr erlangen. „Wir wollen Astana zum Umsteige-Flughafen machen“, sagt Ibrahim Canliel, Verkaufschef von Air Astana, der Fluggesellschaft Kasachstans und Expo-Partner. „Mit unserer geografischen Lage sind wir dafür prädestiniert: Wir liegen genau in der Mitte zwischen Europa und China, zwischen Frankfurt und Peking.“ Neuerdings fliegt zudem die LOT. Flughafenchef Paolo Ricciotti erhofft sich ein jährliches Gästewachstum von 10 Prozent. Das neue internationale Terminal ging gerade in Betrieb.

Zukunft der Energie

Zunächst einmal aber präsentiert sich das Land auf der seit Mitte Juni laufenden Expo. Und bereits die hat es in sich. Trotz harter finanzieller Einschnitte haben die Macher eine moderne Architektur geschaffen. Rund um eine riesige grün leuchtende Kugel, der kasachische Pavillon, gruppieren sich Themenhallen. Nicht ohne Symbolik: Die Kugel stellt den überdimensionierten Rotor eines Windrads dar; die Hallen sind seine Flügel.

„Future of Energy“, lautet das Motto der Expo, zu der die Veranstalter 5 Mio. Besucher erwarten. Mehr als 100 Staaten sind dabei, auch Deutschland. Sie präsentieren, wie sie sich die Energieversorgung der Zukunft vorstellen.

Mit dem Expo-Gelände wächst das erst 1997 als Hauptstadt gegründete Astana um eine weitere Attraktion. Aus dem einstigen Aqmola („Weißes Grab“) soll dem Masterplan Nasarbajews zufolge bis 2030 eine der modernsten Metropolen der Welt entstehen. Seit 20 Jahren wird die auf dem Reißbrett entworfene Stadt Schritt für Schritt realisiert. Einst hatte Stalin Millionen Menschen in die Steppe Kasachstans getrieben und ermordet. Heute zeigt das Land dort sein weltoffenes und lebenswertes Gesicht. Und Astana schützt sich selbst vor den eisigen Steppenwinden: Rund um die Stadt entstehen große Waldgebiete, die sich wie ein grüner Ring um sie legen.

2020 ist Dubai an der Reihe

Die nächste Weltausstellung findet 2020 in Dubai statt, dann wieder nach 2015 (Mailand) eine große Expo. Etwa 30 Minuten von der City entfernt und in der Nähe des neuen Flughafens entsteht ein völlig neuer Distrikt. Gut 80% der Gebäude sollen nach der Expo weiter genutzt werden – als Museen, Schulen oder auch Kongresscenter. Überhaupt verspricht sich Dubai durch die Weltausstellung, bei der es um Themen wie Mobilität und Datentransport geht, eine größere Aufmerksamkeit als MICE-Ziel.

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