Fehmarnbelt-Tunnel

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Offene Fragen zur Finanzierung

Die Vogelflug-Linie unter dem Meer: Die Planung für den Tunnel zwischen der Ostseeinsel Fehmarn und Dänemark schreitet voran – und die Stimmen der Kritiker werden lauter.

14.03.2017, 16:14 Uhr
Bisher nur am Computer möglich: Unterirdische Belt-Querung.
Foto: Fehmarn A.S.

Ein „wirtschaftliches Desaster“ prognostiziert die Beratungsfirma DIW Econ, ein Tochterunternehmen des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW, den Erbauern und Betreibern des Tunnels, der möglicherweise schon ab 2018 Deutschland mit Dänemark verbindet. Die DIW-Experten stören sich vor allem daran, dass die Tunnelbauer davon ausgehen, dass alle 7,6 Millionen Passagiere, die derzeit mit der Fähre den Fehmarnbelt queren künftig den Tunnel nutzen. Dann nämlich wären die Kosten des Projekts, 7,4 Mrd. Euro nach 36 Betriebsjahren beglichen.

„Diese Rechnung geht nicht auf“, sagt DIW-Econ-Chef Lars Handrich. Der im Auftrag der Reederei Scandlines tätige Gutachter zweifelt auch daran, dass die derzeit vorgesehenen Maut-Tarife von 65 Euro pro PKW ausreichten, um den Tunnel zu finanzieren. Denn die Berechnungen basieren auf der Annahme, dass die Tunnelgesellschaft Monopolpreise durchsetzen kann. Daran zweifelt Handrich, da Scandlines nicht vor hat, den Fährverkehr auf der Vogelfluglinie einzustellen, wo derzeit die einfache Fahrt ab 33 Euro angeboten wird.

Allan Christensen, Finanzchef der Projektgesellschaft Femern, die den Tunnelbau vorantreibt, widerspricht: „Die finanzielle Situation des Projekts ist solide“, zitiert die Nachrichtenagentur DPA den Manager. Dies hätten auch unabhängige Gutachter bestätigt. Wie schnell es mit dem Projekt, dessen Kosten komplett von Dänemark übernommen werden, nun weitergeht, hängt auch vom Ausgang des Planfeststellungsverfahrens ab, das im nächsten Jahr abgeschlossen wird. (MLE/dpa)

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