Finnisch Lappland

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Rovaniemi, Tor zur Arktis

Finnisch Lappland erlebt einen enormen Touristenboom, vor allem im Winter. Doch der Sommer hat ebenfalls Reize, auch für MICE.

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von Oliver Graue, 26.09.2017, 14:40 Uhr
Hier ist Santa Claus zu Haus: Das offizielle Weihnachtsmannbüro in Rovaniemi.
Foto: Getty Images

Da sitzt er also: mit seinem langen weißen Rauschebart, dem dicken roten Mantel und den riesigen Filzpantoffeln. Zeit für ein Pläuschchen mit seinen Besuchern hat der Weihnachtsmann allerdings nur im Sommer. In den Wintermonaten stehen täglich Hunderte Schlange, um von Santa Claus empfangen zu werden – nachdem eine menschliche Elfe sie zuvor durch eine Ausstellung geschleust hat, in der die Utensilien des Weihnachtsmannes zu sehen sind, vom Rentierschlitten bis zur Schornsteinzange.

Der Besuch des Weihnachtsmanndorfes in Rovaniemi samt persönlicher Audienz gehört zu den Höhepunkten eines Besuchs im nordfinnischen Rovaniemi. Hier, direkt am Polarkreis, hat der nette ältere Herr 1982 sein Büro eröffnet. Und immer mehr Gäste kommen.

Denn seit zwei Jahren boomt in Finnisch Lappland der Tourismus: Neben Europäern entdecken vor allem Asiaten die Region. Im vorigen Jahr waren erstmals bereits im September die Wintermonate November 2016 bis Februar 2017 komplett ausgebucht. „Noch vor wenigen Jahren herrschte die Auffassung, dass sich Finnlands Norden kaum vermarkten lässt – zu kalt und zu dunkel“, sagt Sanna Kärkkainen, Chefin des Fremdenverkehrsamtes Rovaniemi. „Und jetzt sind wir die mit Abstand erfolgreichste Urlaubsregion im Land mit Zimmerraten, von denen andere nur träumen.“

Nordlicht und Natur locken

Der Grund: Polarlichter, scheinbar unberührte Wälder und Winterromantik locken die Menschen wie nie zuvor. Doch anders als früher sind es nicht die rauen Naturmenschen, die kommen, sondern Reisende, für die Luxus und Exklusivität im Vordergrund stehen. „Im gemütlichen Hotelbett liegen und durchs gläserne Dach die Landschaft und das Nordlicht genießen – das ist heute gefragt“, sagt Kärkkainen. „Und weil unsere Gäste Bilder wie diese tausendfach über soziale Medien verbreiten, nimmt die Nachfrage weiter zu.“

Mit 550.000 Übernachtungen erreichte Rovaniemi im vorigen Jahr einen Rekord. Zehn Jahre vorher zählte man noch 400.000. Größte Besuchergruppen bilden im Winter die Israelis (12%), Chinesen (11%,), Briten (10%) und Franzosen (9%). Im Sommer stehen Deutsche (15%) und Norweger (14%) auf den ersten Rängen.

Um der wachsenden Nachfrage vor allem im Winter gerecht zu werden, entstehen in Rovaniemi derzeit allerorten neue Unterkünfte: Eine Baustelle folgt auf die andere. Bereits im Dezember 2017 soll fast alles fertig sein – und schon jetzt sind Zimmer und Appartments für Monate ausgebucht.

Finnair fliegt deutlich häufiger

Zugleich stärkt Finnair zu Jahresbeginn 2018 ihre Routen zwischen Helsinki und Lappland deutlich: Allein nach Rovaniemi geht es dann bis zu fünfmal täglich. Mitunter setzt die Airline für den Ein-Stunden-Flug sogar ihren Airbus A-350 ein: eine Langstreckenmaschine mit Platz für 300 Passagiere. Nachgedacht wird zudem über Direktflüge von Peking nach Rovaniemi.

Klassische Hotelbetreiber wie Lapland Hotels – zugleich Skandinaviens größter MICE-Anbieter – erhalten mehr und mehr Konkurrenz von Neueinsteigern und Etablierten. Als erstes Boutique-Hotel in Lappland wurde 2015 das Arctic Light Hotel eröffnet, im einstigen Rathaus von Rovaniemi. Die Nummer 1 beim Bewertungsportal Tripadvisor gilt als Vorreiterin des „arktischen Stils“: modernes Design in Weiß und Grau. Und gleich gegenüber, in einer Ex-Bank, hat Ende 2016 ein befreundetes Paar das Hostel Koti aufgemacht, einfach und lässig, aber ebenso stilorientiert.

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