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Gläserne Iglus im Trend

Santa’s Igloos
Foto: Oliver Graue

Weit häufiger als Hotels entstehen Ferienhäuser, bevorzugt in der Form vollverglaster Iglus oder Zelte. Santa‘s Igloos etwa, geführt von einer lappländischen Familie, soll Ende des Jahres aus 71 derartigen Häuschen bestehen. Besitzerin Maarit Aho berichtet von Anfragen deutscher Firmen, die Events im Stadthotel Santa Claus mit 13 Tagungsräumen um eine Incentive-Nacht im Iglu ergänzen wollen.

Sieben wahre Luxus-Glas-Apartments wiederum wird ein ehemaliger Sportlehrer und Icehotel-Betreiber eröffnen (Snowman World Glass Resort), während gleich nebenan eine Chinesin in sehr geräumige große Ferienhäuser mit 50 bis 80 qm investiert (Nova Skyland Chalet).

Hotel auf Stelzen

Zu den Höhepunkten schließlich dürfte Arctic Tree House gehören: Das Projekt der familiengeführten Santapark-Gruppe besteht aus 32 Quadern, die auf drei Meter hohen Stelzen stehen. Gäste, die im Bett vor der voll verglasten Nordfront liegen, haben das Gefühl, sich mitten in der Natur zu befinden.

Trotz der vielen neuen Unterkünfte: Angst vor Überkapazitäten hat hier niemand. Rovaniemis Bürgermeister Esko Lotvonen sieht noch viel Potenzial. „Wir sind lange nicht am Ende“, sagt Lotvonen, der am Boom des Tourismus maßgeblichen Anteil hat. Bereits seit fast 40 Jahren kümmert er sich in verschiedensten Positionen um die wirtschaftliche Entwicklung Lapplands.

Dabei spielte und spielt der Tourismus eine Hauptrolle – als Selbstzweck, aber auch als Antreiber für andere Branchen. Den Startschuss sieht Lotvonen in den Jahren 1982, als das Weihnachtsmanndorf entstand, und 1984, als British Airways eine Concorde-Verbindung von London einrichtete.

Selbst lange Krisenzeiten in den 90er-Jahren überstand die Stadt: Mit dem Kommen der Russen um die Jahrtausendwende blühte der Tourismus erneut auf. Und erledigte sich gut 12 Jahre später wieder: Die Russen blieben zu Hause. Seit 2015 sind die Asiaten in diese Lücke gesprungen, in erster Linie Chinesen.

Enger Kontakt zu China

Ein Erfolg, für den Lotvonen seit vielen Jahren kämpft. Mehrfach im Jahr bereist er chinesische Partnerstädte, führt Gespräche auf hoher Ebene der Politik und gewann das chinesische Facebook-Pendant Alibaba als engen Partner. Rovaniemis Hotels vermarkten sich außer über die klassischen europäischen Anbieter längst auch über Plattformen wie C-Trip und der Alibaba-Tochter Alitrip.

Finnair verkauft ihre Flüge ebenfalls über diese Portale, und Lappland holt Chinas Wintersport-Elite zum Trainieren in die Region, etabliert deren Eishockey-Team und hilft bei der Ausrichtung der Winterolympiade 2022 in Peking. Zudem studieren viele junge Chinesen an der Universität in Rovaniemi, manche bleiben.

Seine nächste Herausforderung beschreibt Lotvonen mit einem Wort: Sommer. Denn natürlich sollen sich die neu geschaffenen Bettenkapazitäten nicht allein im Winter rentieren. Und für die helle Jahreszeit wiederum setzen die Tourismuswerber außer auf Asien verstärkt auf traditionell starke Märkte wie Deutschland und auf den MICE-Sektor. Teststrecken der großen deutschen Automobilhersteller, wie es sie in Lappland reichlich gibt, sollen zu Event-Locations ausgebaut werden; Outdoor-Erlebnisse sollen locken.

Mit dem Sauna-Boot unterwegs

Museum Arktikum
Foto: Oliver Graue

Und Sehenswürdigkeiten, die zu jeder Zeit einen Besuch wert sind. Dazu gehört das Arktikum, welches das Leben nördlich des Polarkreises ebenso eindrucksvoll zeigt wie die Geschichte Rovaniemis, die eng mit Deutschland verbunden ist (siehe S. 55). Ebenso zählt dazu eine Tour mit dem Sauna-Schiff von Erkki Närä.

Unterwegs mit dem Sauna-Boot.
Foto: Oliver Graue

Während der Finne das Holzboot über den Fluss steuert, genießen seine Gäste gut 45 Minuten lang die Sauna – um sich am Ziel im kalten Flusswasser abzukühlen. Auf der Rückfahrt serviert Erkki dann seinen frisch gegrillten und extrem leckeren Lachs.

Wichtigste Attraktion ist und bleibt das Weihnachtsmannsdorf. Im Postamt kann man bereits im Sommer seine Weihnachtskarten schreiben mit Original-Santa-Claus-Briefmarke und Stempel: Auf den Weg geschickt werden die Briefe so, dass sie rechtzeitig zum Fest eintreffen. Und Höhepunkt ist natürlich die Audienz beim Weihnachtsmann, egal, wie alt man ist. „Meine Besucher haben Sehnsucht nach dem Guten, dem Friedlichen“, formuliert es Santa Claus selbst: „Und das hat weder etwas mit dem Alter zu tun noch mit der Nationalität, der Kultur oder der Religion.“

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