Finnland–Estland

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Pläne für 92 km langen Supertunnel

Auf 92 km soll der Tunnel unter der Ostsee die Hauptstäde Helsinki und Tallinn verbinden. Ein entsprechendes Memorandum haben die Regierungen nun vereinbart.

12.01.2016, 10:55 Uhr
Estlands Hauptstadt Tallinn (Foto) trennt nur die Ostsee von Helsinki.
Foto: Thinkstock

Grund für die Überlegungen sind die hohen Reisendenzahlen zwischen Helsinki und Tallinn: Mehr als acht Mio. Menschen sind jährlich auf dieser Strecke per Fähre unterwegs. Allein 60.000 Esten arbeiten in ihrem Nachbarland. Allerdings nutzen etliche Finnen die Fährfahrt auch gern als „Sauftour“: In Estland ist Alkohol deutlich billiger als in dem nordischen Staat.

Unter der Ostsee soll die Strecke von rund 92 Kilometern in nur noch knapp 30 Minuten zurückzulegen sein. Finnland und Estland haben in einem Memorandum jetzt beschlossen, in den kommenden Jahren eine Machbarkeitsstudie anzufertigen. Immerhin wäre der Tunnel deutlich länger als der Eurotunnel zwischen Frankreich und England unter dem Ärmelkanal (50 km). Geprüft werden soll daher, ob ein solches Projekt technisch überhaupt machbar ist.

Recht hoch dürften auch die Kosten ausfallen. Die beiden Staaten kalkulieren derzeit mit 13 Mrd. Euro, von denen gut 40 Prozent die Europäische Union tragen soll. Aber auch dies müsste Brüssel zunächst einmal genehmigen. Finnland, das sich wirtschaftlich derzeit in einer Krise befindet, erhofft sich durch die Anbindung einen Aufschwung. Auch sieht es mit Neid auf die Fehmarnbeltverbindung, die Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen in Zukunft einfacher mit Deutschland verbinden soll. (OG)

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