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Firmenförderung der Airlines

04.11.2008, 13:00 Uhr

Schnell mal gespart

von Oliver Graue

Fluggesellschaften bieten Mittelständlern spezielle Bonusprogramme.

Ein Freiflug für acht bezahlte Flüge: So werben die Airlines für ihre Programme.
Foto: Flughafen Frankfurt/Main

Für Doris Gellersen ist die Sache eindeutig. „Viele Mittelständler verschenken lieber Geld, anstatt mit oftmals einfachen Methoden Reisekosten zu sparen“, sagt die
Travel-Managerin des Hamburger Medizingeräte-Spezialisten Weinmann. „Dabei müssten die Unternehmen nur ein wenig Mut haben, personelle und finanzielle Ressourcen ins Geschäftsreisemanagement zu investieren.“ Die Frau, die sich um die Business Trips der 250 Weinmann-Reisenden kümmert, ist bestes Beispiel dafür, dass sich Travel Management auszahlt.

Sparen – ganz automatisch

Geld sparen mit relativ einfachen Methoden? Gern verweist die Hamburgerin auf die so genannten Firmenförderprogramme der Fluggesellschaften. Die meisten Airlines bieten ein solches Konzept an, das sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen richtet. An jene Firmen also, die keine Route häufiger als rund 20-mal pro Jahr fliegen. Und für die es sich daher nicht lohnt, eigene Nettoraten mit den Airlines auszuhandeln. Mit den Förderprogrammen geschieht Sparen automatisch: Wer sich registriert, der vergrößert sein Punktekonto.

„Viele Fluggesellschaften haben ihr Herz für den Mittelstand entdeckt“, betont Andreas W. Schulz von Consultant Aviation & Tourism. „Bevor man an einer solchen Firmenförderung teilnimmt, sollte man aber genau abwägen, ob sich das Volumen einer Strecke nicht doch auf eine Airline bündeln lässt. Dann wären verhandelte Nettoraten sicher der günstigere Weg.“ Das gilt vor allem, wenn das Unternehmen auf größtmögliche Flexibilität angewiesen ist, wenn also Flüge kurzfristig gebucht oder häufiger umgebucht werden. Individuell vereinbarte Konditionen dürften dann – besonders bei Fernflügen – kurzfristige tagesaktuelle Angebote schlagen.

„Schon im Vorfeld von Projekten, zu denen Firmenreisende fliegen müssen, sollten Travel Manager daran denken“, rät Schulz. Wer all diese Voraussetzungen nicht erfüllt, der aber ist mit den Standard-Rabattprogrammen – der Firmenförderung – gut bedient. Die Angebote tragen Namen wie Partner Plus Benefit (Lufthansa und Star-Alliance-Partner), Businessflyer (Oneworld), Voyager Rewards (Air France) oder Corporate Plus (SAS). Das Prinzip ähnelt sich: Genau wie bei den privaten Vielflieger-Programmen à la Miles & More gibt’s für jeden Flug mit der betreffenden Airline Sammel punkte. Die aber werden der Firma gutgeschrieben – und nicht dem Einzelreisenden. Ist eine bestimmte Punktezahl zusammengekommen, kann man sie gegen Freiflüge, Upgrades in höhere Ticketklassen oder Gutscheine für Übergepäck eintauschen. Jörg Martin, Chef von CTC Corporate Travel Consulting, bilanziert das Einsparpotenzial auf über 20 Prozent.

3 Fragen an ...

Andreas W. Schulz, Flugberater bei CAT

Rentieren sich die Firmenförderprogramme?
Wenn die Teilnahme kostenlos ist und kein Mindestumsatz gefordert wird, macht man nichts falsch, wenn man sich registriert. Man sammelt Punkte und bekommt dafür Freiflüge oder Upgrades. Dennoch sollte man sich dadurch nicht zu einem lässigeren Umgang im Travel Management verleiten lassen.

Das bedeutet im Klartext?
Unbedingt weiter versuchen, das Flug-
volumen zu bündeln und auf bestimmte Airlines zu steuern. Denn so erreicht man möglicherweise die kritische Masse für Ratenverhandlungen. Und verhandelte Nettopreise sind sicher noch lukrativer, als es die Teilnahme an Firmen-
programmen ist.

Dürfen die Reisenden denn auch selbst Meilen sammeln, wenn ihre Firma sich für ein Programm registriert?
In aller Regel ja. Aber auch hier gilt es, in den Reiserichtlinien klar zu definieren, ob diese privaten Meilen der Firma gehören, oder ob der Reisende sie selbst nutzen darf.

 
 
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