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Bedingung: Das Punktekonto wird fachmännisch verwaltet. Bei Weinmann kümmert sich Doris Gellersen darum. Sie steuert mittels einer „Kaufpreisgrenze“, wie sie es nennt. „Ist das Konto gut gefüllt, dann können unsere Travel Arranger die Punkte auch für Freiflüge einsetzen, die normalerweise wenig kosten“, erklärt die junge Hamburgerin. „Haben wir hingegen wenig gesammelt, dann sind nur Flüge mit hohen Ticketpreisen erlaubt. So rentieren sich die Punkte.“
Die jeweiligen Vergleichspreise erfährt sie aus ihrem Reisebüro oder dem Internet. Und: Ihre Bilanz kann sich sehen lassen. „Wir erzielen dadurch jedes Jahr Einsparungen im fünfstelligen Eurobereich“, berichtet sie. Auch aus anderen Gründen tut Management Not. So verfallen die Punkte bei Partner Plus Benefit nach drei Jahren. Für Doris Gellersen allerdings war nur in der Anfangsphase „ständiges Monitoring Pflicht“, so die Hamburgerin. „Heute geben wir schneller aus, als wir sammeln können“, schmunzelt sie. Auch ist die Einlösung nur telefonisch möglich. „Das Personal ist sehr nett und hilfsbereit“, lobt die Weinmann-Managerin. „Eine Buchbarkeit übers Internet als zusätzliche Option wäre dennoch schön.“
Ihr Wunschzettel ist noch länger. „Steuern und Gebühren werden heute über die Kreditkarte abgerechnet“, sagt sie und schlägt vor, auch für diese Kosten wahlweise Punkte einzulösen. Als viel zu hoch wiederum erachtet sie den geforderten Einsatz für Übergepäckgutscheine. Und dass Upgrades für Langstrecken „quasi nie verfügbar“ sind, findet sie „nicht so gut“. Außer Partner Plus Benefit nutzt Weinmann die Förderprogramme von anderen Gesellschaften wie KLM (Blue Biz), die ähnlich wie das Star-Alliance-Produkt funktionieren. Vorteil: Die Registrierung ist kostenlos (im Internet), und ein Mindestumsatz wird nicht verlangt. Das gilt beispielsweise auch für OK Plus Corporate (Czech Airlines), On Business (British Airways), Voyager Rewards (Air France) oder das neue Business Rewards (Emirates).
Die Förderprogramme weiterer Airlines basieren auf zum Teil anderen Prinzipien. Germanwings etwa bietet Firmen den speziellen Corporate-Flex-Tarif. Wer ihn nutzen will, muss mindestens 15.000 Euro jährlich in Tickets des Billigfliegers investieren. Auch bei SAS Corporate Plus, das die nordische Linie SAS offeriert, erhält das Unternehmen statt Punkte ermäßigte Ticketpreise. Da SAS außer ihren Skandinavien auch viele Asien-Verbindungen in ihrem Routennetz hat, wird Corporate Plus gern von Firmen gewählt, die in Fernost tätig sind. Air Berlin wiederum gewährt jenen Betrieben Rabatte, die mindestens 50 One-Way-Flüge pro Jahr buchen. Für Achim Schmitz, Chef-Travel-Manager bei Adidas, ist das keine Hürde. Seit 2004 beteiligt sich der im fränkischen Herzogenaurach sitzende Sportriese am Air-Berlin-Modell. „Besonders bei stark ausgelasteten Flügen sind diese Preisreduzierungen für uns wertvoll“, sagt Schmitz. Übers European Travel Center, das Adidas gemeinsam mit CWT betreibt, kann er die Raten europaweit buchen.
Heimvorteil: Nürnberg, einer der wichtigsten Air-Berlin-Flughäfen, liegt in der Nähe des Adidas-Hauptquartiers. 700 Unternehmen haben sich bei der Gesellschaft bislang registriert. Etwa 1000 Firmen nehmen am TUIfly-Corporate-Programm teil. Wer einen Mindestumsatz von 10.000 Euro gewährleistet, kommt bei den Hannoveranern in den Genuss verbilligter flexibler Raten, kostenloser Reservierung und Gratiszugtickets. Wie bei Air Berlin oder Germanwings sind bei TUIfly Umbuchungen kostenlos. Mehrere Airlines setzen auf Partner Plus Benefit. Außer bei Lufthansa können Firmen ihre Punkte bei Air Canada, Austrian, Swiss, Singapore Airlines, Spanair, LOT, ANA, TAP und United sammeln und einlösen. Gleich für eine komplette Luftfahrtallianz gilt Businessflyer, das Konzept von Oneworld. Die zehn Oneworld-Fluggesellschaften gewähren auf ihrer Businessflyer-Website bis zu 50 Prozent Rabatt.
PDF-Download: Förderprogramme für den Mittelstand (Auswahl)