Mobile Payment

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Mobiles Bezahlen per Smartphone

Die Zahlung per Smartphone soll die Transparenz im Travel Management erhöhen. Noch aber fehlt ein internationaler Standard.

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von Anke Pedersen, 08.01.2014, 09:00 Uhr
NFC-Technik: Handy ans Lesegera¨t halten – und fertig!
Foto: Thinkstock

Wenn’s an den eigenen Geldbeutel geht, dann hört der Spaß bekanntlich auf. Bei jedem: beim kleinen Mann, beim globetrottenden Geschäftsreisenden und bei seinem Travel Manager sowieso. Dennoch könnte nicht nur der klimpernde Inhalt bald zum alten Eisen gehören, sondern sogar das Behältnis samt seiner Kartenfächer selbst: Nach Zeitung, MP3-Player, Kamera & Co sollen Smartphones nun auch noch die gute alte Brieftasche ersetzen. Davon jedenfalls träumen Anbieter rund um den Globus, die derzeit fieberhaft daran arbeiten, iPhone oder Blackberry zum mobilen Portemonnaie zu machen.

Im Zentrum dieser von Experten als Megatrend prophezeiten Bezahllösung steht die sogenannte Near Field Communication (NFC), ein Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten per Funktechnik. Schon heute wird NFC eingesetzt für bargeldlose Zahlungen kleinerer Beträge (Micropayment), etwa im öffentlichen Nahverkehr oder bei Taxis. In Deutschland arbeitet beispielsweise myTaxi damit: einfach die Karte oder das Smartphone ans entsprechende Lesegerät gehalten – fertig.

NFC-Technologie hält Einzug bei Firmenkreditkarten

Das freilich ist erst der Anfang. Nun hält die NFC-Technologie auch Einzug in die Welt der Firmenkreditkarten: Im Januar hat Airplus damit begonnen, seine Corporate Cards mit der NFC-Technologie von Mastercard – dem sogenannten Paypass-Chip – auszustatten. Vor allem für Beträge unter 25 Euro funktioniert das Bezahlen damit deutlich schneller, denn Anwender müssen weder PIN-Nummer eingeben noch unterschreiben. Für Reisende, so die vollmundige Werbung, eröffne sich damit „eine vollkommen neue Art, Rechnungen unterwegs zu begleichen – sei es den Espresso an der Bar, die Zeitung am Kiosk oder die Tube Zahnpasta an der Supermarktkasse“.

Doch so praktisch und zeitsparend die neue Technik auch sein mag: Der eigentliche Reiz für den Reisenden besteht weniger im kontaktlosen Bezahlen etwa am Fahrkartenautomaten – ob nun per Plastik oder Smartphone. „Wir wollen ja nicht nur eine neue Bezahllösung etablieren“, sagt Mario Zorn, der als Produktmanager Mobile Payment bei Airplus für die Entwicklung mobiler Bezahllösungen verantwortlich ist. Der Bezahlvorgang als solcher werde durch die neue Technologie schließlich nicht ersetzt. Spannend werde es erst, wenn sich Zahlungen direkt und automatisch in die Travel-Management-Prozesse eines Unternehmens leiten lassen können. Das würde den Geschäftsreiseplanern tatsächlich Aufwand ersparen. „Wenn wir diesen Mehrwert bieten können, dann ist da Musik drin.“

Für Geschäftsreisende und Travel Manager

Lange überlegen muss Zorn nicht, wenn es darum geht, Beispiele zu finden. Da ist zunächst einmal der Geschäftsreisende selbst. Dessen Leben würde deutlich vereinfacht, wenn er mögliches Übergepäck beim Flughafen-Check-in so bezahlen könnte, dass es automatisch dem gebuchten Flug zugeordnet wird. In seiner Reisekostenabrechnung wäre dann alles schon erfasst, ohne dass er später noch einzelne Quittungen zusammensuchen, sortieren und mühsam zuordnen müsste.

Am anderen Ende steht der Travel Manager, dem es vorrangig um die Optimierung seiner Prozesse geht. Auf die oben genannte Weise könnte er alle relevanten (Spesen-)Daten künftig nicht nur gebündelt bekommen, schwärmt Zorn. Auch erwartet er eine stärkere Beachtung der Reiserichtlinien, da das Mobile Payment neue Steuerungsmöglichkeiten eröffne. Selbst Fragen der Compliance könnten mit mobilen Bezahllösungen besser beantwortet werden: „Theoretisch kann direkt an der Verkaufsstelle angezeigt werden, ob eine Transaktion den Richtlinien entspricht oder nicht.“

Mobile Payment: Wie steht es um die Sicherheit?

Unwissenheit: Obwohl die Paypass-Technologie von Mastercard heute schon in 1,4 Mill. Kreditkarten in Deutschland integriert ist, wird vom bargeldlosen Bezahlen hierzulande bislang kaum Gebrauch gemacht. Grund sind laut einer Studie des Marktforschungsinstituts You Gov in erster Linie Sicherheitsbedenken: „Etwa die Hälfte aller Smartphone-Nutzer kann sich eine Verwendung der verschiedenen Mobile-Payment- Optionen derzeit nicht vorstellen.“

Priorität: Bei den Kreditkartenanbietern hat das Thema Sicherheit freilich Priorität – nur so können sie mit ihren Lösungen Erfolg haben. Airplus etwa hat sein AIDA-Modell passwortgeschützt und verschlüsselt.

Verlust: Viel banalere Befürchtungen haben Experten wie Andreas Wilbers: Was passiert, so fragt der Touristik-Professor an der FH Worms, wenn ein Reisender sein Smartphone verliert, während er etwa in Brasilien unterwegs ist? Oder wenn es defekt ist? Immerhin habe er diesem Gerät sämtliche seiner Daten anvertraut. „Da besteht eine extreme Abhängigkeit“, warnt Wilbers, ein Anhänger mobiler Lösungen.

 
 
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