Firmenkreditkarten

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Privatkonten-Abrechnung wird teuer

Es hatte sich bereits vor einigen Wochen angekündigt, nun hat die EU entschieden: Explizite Corporate Cards müssen in Zukunft direkt übers Firmenkonto abgerechnet werden. Airplus ändert sein Geschäftsmodell.

von Oliver Graue, 26.03.2015, 15:47 Uhr
Firmenkreditkarten: Ab Jahresende geht alles übers Firmenkonto.
Foto: Thinkstock

Mitarbeiter, die über eine Firmenkreditkarte verfügen, dürfen ihre Ausgaben nicht mehr über ihre Privatkonten abrechnen. Explizite Corporate Cards müssen in Zukunft direkt auf das Firmenkonto zugreifen. Das hat die Europäische Union (EU) entschieden.

Damit ist die bei vielen Unternehmen gängige Praxis, dass die Ausgabe ihrer Reisenden zunächst über deren Privatkonten laufen, in der derzeitigen Form nicht mehr möglich. Bislang ist es oft so, dass die Beschäftigten erst dann die Beträge von der Firma zurücküberwiesen bekamen, nachdem sie ihre Reisekostenabrechnung eingereicht hatten. Im besten Fall hatten sie das Geld wegen vereinbarter Zahlungsziele sogar früher auf ihrem Konto, als es vom Kartenanbieter eingezogen wurde. Dies funktioniert künftig nur noch über den Einsatz von Privatkarten (Individual Pay Cards). Airplus-Chef Patrick W. Diemer rechnet damit, dass die entsprechende Regelung im November oder Dezember 2015 in Kraft tritt.

Zu denen, die am schnellsten auf die EU-Vorschrift reagiert haben, gehört Airplus. Die Lufthansa-Tochter wird in Zukunft zwei Produkte anbieten:

1. Corporate Pay: Jeder Mitarbeiter erhält eine Firmenkreditkarte, die direkt aufs Unternehmenskonto zugreift. Bislang nutzen 17 Prozent aller Airplus-Kunden diese Option. „Wir rechnen damit, dass sich weitere Kunden dafür entscheiden“, sagt Patrick W. Diemer.

2. Individual Pay Cards: Privatkarten, die in ihrer Funktion jedoch den derzeitigen Firmenkarten entsprechen. Soll heißen: Bei diesem Produkt kann weiterhin über die Privatkonten der Mitarbeiter abgerechnet werden. Diemer: „Unsere Kunden haben uns darum gebeten, ein solches Produkt anzubieten.“ Vorteil: Travel Manager können die bisherigen Prozesse beibehalten. Und auch, wenn es sich rechtlich dabei um eine Privatkarte handelt, bietet sie alle Funktionen einer Firmenkarte – also zum Beispiel elektronische Rechungsstellung ebenso wie Zusatzdaten.

Allerdings gilt für diese Karten die EU-Entscheidung, dass das sogenannte Interchange-Entgelt – also die Haupteinnahmequelle der Kartenanbieter – auf 0,3 Prozent sinkt. Firmen müssen daher mit Gebühren in Höhe von bis zu 1,4 Prozent des Umsatzes rechnen.

Dennoch könnten es ein Nullsummenspiel sein. Denn ab 2017 sind Kreditkartengebühren, wie sie derzeit von vielen Airlines erhoben werden, illegal (außer bei der Zahlung mit Firmenkreditkarten). „Das heißt, bei Individual Pay entfällt diese Surcharge komplett“, so Diemer: „So könnten die Unternehmen das sparen, was sie an Umsatzgebühr zahlen.“

Ausführliche Analysen lesen Sie in der fvw (10. April) und in BizTravel (23. April).

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