Firmenkreditkarten

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Was sich jetzt ändert

Die EU hat das bisherige Modell der Corporate Cards gekippt. Ab Dezember wird alles anders. BizTravel beantwortet die wichtigsten Fragen.

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von Oliver Graue, 30.10.2015, 09:00 Uhr
Zwischen zwei neuen Kartenmodellen können Kunden wählen.
Foto: Shutterstock

Zunächst zahlen die Reisenden ihre Ausgaben übers eigene Konto, und erst danach rechnen sie mit der Firma ab: Über Jahrzehnte war dieses Modell bei den weitaus meisten deutschen Unternehmen üblich. Vor wenigen Monaten hat die Europäische Union den Kartenanbietern und Travel Managern einen Strich durch die Rechnung gemacht: Klassische Firmenkreditkarten dürfen nicht mehr über die privaten Konten abgerechnet werden. BizTravel sagt, was Travel Manager nun wissen sollten.

Was will die EU?

Die EU hat die Händlergebühren für Zahlungen mit privaten Kreditkarten drastisch gesenkt: Statt wie bislang 1,6 bis 1,8 % des Zahlbetrags dürfen die Kartenunternehmen künftig nur noch 0,3 % von den Geschäften, Hotels etc. nehmen. Damit fällt ihre Haupteinnahmequelle weg. Ziel der EU ist eine Senkung der Verbraucherpreise: Wenn Händler und Hotels nicht mehr so hohe Kartengebühren zahlen müssen, dann senken sie ihre Preise, also auch die Zimmerraten. Auf Letzteres sollten Travel Manager bei Hotelverhandlungen bestehen.

Das gilt für private Karten. Was aber hat das mit Firmenkreditkarten zu tun?

Auf Drängen der Anbieter hat die EU Firmenkreditkarten ausdrücklich von dieser Regelung ausgenommen. Für diese müssen Händler also nach wie vor das volle Entgelt von mindestens 1,6 % zahlen. Im Gegenzug hat die EU aber den Begriff der Firmenkreditkarte neu definiert: Diese müssen künftig direkt über das Firmenkonto abgerechnet werden. Es ist nicht mehr erlaubt, dass zunächst der Mitarbeiter über sein Privatkonto in Vorleistung tritt – auch dann nicht, wenn längere Zahlungsziele vereinbart wurden, der Reisende sein Geld also vom Betrieb zurückerhält, bevor es überhaupt von seinem privaten Konto abgebucht wird.

Wann tritt die Regelung in Kraft?

Geplant ist der 9. Dezember 2015, es dürfte jedoch eine Übergangszeit geben.

Gilt dies für alle Kreditkartenanbieter?

Nein, nur für sogenannte Vier-Parteien-Systeme wie Airplus (Mastercard, Visa). Für Drei-Parteien-Systeme wie American Express ändert sich nichts. Diese dürfen für ihre Firmenkarten weiterhin hohe Gebühren von den Händlern nehmen und auch weiterhin über die Privatkonten abrechnen.

Wie reagieren die Vier-Parteien-Systeme, damit ihnen die Kunden nicht weglaufen?

Mit neuen Kartenmodellen. Beim Marktführer Airplus können Kunden künftig zwischen zwei Typen wählen: der traditionellen Firmenkreditkarte (Corporate Card), die dann allerdings direkt übers Firmenkonto statt über die Privatkonten der Mitarbeiter läuft, sowie der neuen Travel Expense Card, einer privaten Kreditkarte mit allen Funktionen einer Firmenkarte. Diese wird dann wie bislang zunächst übers Privatkonto des Reisenden abgerechnet. Da für sie allerdings die reduzierte Händlergebühr von 0,3 % gilt und die Anbieter massiv an Einnahmen verlieren, zahlen die Firmenkunden für ihren Einsatz künftig zusätzlich eine Transaktionsgebühr.

Wie hoch ist diese Gebühr?

Das richtet sich nach der Länge des Zahlungsziels. Bei den klassischen 14 Tagen beträgt die Gebühr 1,14 %, bei drei Wochen sind es 1,19 %. Bei nur 1 Woche reduziert sich die Gebühr auf 1,12 %, und schließt die Firma ein Zahlungsziel aus, sind es lediglich 1,09 %.

Werden Firmen, die diese Gebühr nicht zahlen und daher weiterhin die klassische Firmenkreditkarte einsetzen wollen, nun also akzeptieren, dass alle Ausgaben künftig direkt von ihrem Konto abgerechnet werden?

Das ist unwahrscheinlich. Möglicherweise stellen manche kleine und mittlere Betriebe auf Firmenhaftung um, wenn eher wenige Karten im Umlauf und alle Nutzer als vertrauenswürdig bekannt sind. Größere Unternehmen werden allerdings nach wie vor die Privathaftung bevorzugen.

 
 
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