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Flexible Mietwagenangebote

22.02.2010, 10:21 Uhr

Autos gibt’s jetzt im Abo

von Anke Pedersen

In Deutschland und Europa mobiler sein - und dabei sparen: Mietwagenfirmen bieten eine Alternative zum Firmenwagen und zur Langzeitmiete. Für wen es sich rentiert.

Auto, wechsel dich: neue Mietmodelle versprechen größere Mobilität.
Foto: iStockphoto

Bisweilen kommt sich Andreas Bieschke vor wie Graf Koks: Wo immer er hinkommt, steht schon ein Wagen für ihn bereit. „Dabei abe isch gar keine Auto“, scherzt der Unternehmensberater aus Köln. Nichtmehr. Denn mit dem Car-Abo-Konzept von Sixt ist der Geschäftsführer der Fish 4 Corporate Services Network auf ein Modell gestoßen, das seinem Wunsch nach Kostenersparnis bei gleichbleibender Mobilität entspricht. Statt einen Firmenwagen zu leasen, schließt er einen Abo-Vertrag über einen Pkw seiner Wunschkategorie ab – und ist mobil, wo immer er zu tun hat. 500 Stationen betreibt der Anbieter in Deutschland, weitere in neun anderen Ländern Europas.

Auto kein Statussymbol mehr

Bis vor Kurzem war das seit 2001 bestehende Angebot noch weitgehend unbekannt. Gut möglich, dass es nicht sexy genug war für Reisende, die im eigenen Auto ein Statussymbol sahen. In der Krise werden jedoch solche Besitzstände hinterfragt. Der Einbruch des Gebrauchtwagenmarktes hat die Leasing-Gebühren in den vergangenen Monaten in die Höhe geschraubt – Experten sprechen von einer Verteuerung um zehn Prozent. Folge: Unternehmen reduzieren ihre Fuhrparks zugunsten von Konzepten, die weniger Kapital zu binden versprechen.

Eine Alternative sind die klassischen Langzeitmieten ab einem Monat. „Wegen ihrer Flexibilität ist die Langzeitmiete in wirtschaftlich unsicheren Zeiten attraktiv“, sagt Hertz-Chef Elyes M’Rad. Nachteil: Man ist an ein Fahrzeug gebunden. Für Bieschke löst sich sein Mobilitätsdilemma damit nicht. Zwar entfallen bei der Langzeitmiete Kosten für Anschaffung, Wartung, Versicherung und Reifenwechsel. Dennoch müsste der Berater Leistungen dazu kaufen: den Mietwagen an entfernten Zielorten, das Taxi zum Flughafen oder die Parkgebühren.

US-Pannenschutz

Avis bietet eine Pannenzusatzversicherung für die USA an. Das Roadside Safety Net garantiert schnelle und kostenfreie Hilfe bei Problemen wie platten Reifen, leerem Tank oder Schlüsselverlust. Kosten: 4,99 Dollar pro Tag oder 34,93 Dollar pro Woche. Die Versicherung lässt sich an allen US-Stationen abschließen.

Anders bei Modellen wie Car-Abo, Avis Club oder Flexi-Drive (Europcar): Damit fährt Bieschke zum Flughafen oder Bahnhof, gibt das Fahrzeug ab und nimmt am Ziel den Schlüssel für einen anderen Wagen entgegen. „Das System wird vor allem von Vielreisenden wie Beratern, Geschäftsführern und Freiberuflern nachgefragt“, sagt Sixt-Vertriebsdirektor Frank Feist.

Einen „klaren Trend“ zum Mischkonzept aus Leasing und Langzeitmiete sehen auch die Wettbewerber Avis und Europcar. Das Interesse an Angeboten wie dem Avis Club oder Flexi-Drive steige, heißt es. Und eines gilt für alle Konzepte, unabhängig vom Anbieter: Geschäftsreisende entscheiden sich zunehmend für Fahrzeugmodelle der Mittelklasse. Zu den Rennern zählen derzeit der VW Golf und der Audi A3.

Übersicht

Die Abo-Angebote und ihre Vor- und Nachteile

Das seit 2001 existierende Car-Abo von Sixt ist ab einem Monat Mindestlaufzeit zu haben. Sämtliche gefahrenen Kilometer sind inklusive. Als Abo-Kosten werden für einen Wagen der Kompaktklasse (zum Beispiel VW Golf oder Audi A3) monatlich rund 1000 Euro fällig.

Avis nennt sein Angebot Avis Club. Das Prinzip: Für einen Beitrag von 49 Euro ist man 2 Jahre lang Clubmitglied und sichert sich an den gut 330 Stationen in Deutschland die günstigen Clubtarife. Ein Golf inkl. unbegrenzter Kilometerzahl ist etwa ab 222 Euro pro Woche zu haben.

Konkurrent Europcar hat seinen flexi- drive-Vertrag auf eine Laufzeit von einem Jahr angelegt. Auch hier entstehen dem Nutzer keine weiteren Kosten, was die gefahrenen Kilometer angeht. Der Preis beträgt wie beim Car-Abo rund 1000 Euro pro Monat für die Kompaktklasse.

Grundsätzlich gilt, je mehr der Abonnent reist, desto eher rechnet sich das Abo-Modell. Entscheidend ist daher eine gnaue Analyse des individuellen Reiseverhaltens vor Abschluss eines Abo-Vertrages.

Dabei sollte man auch die grenzüberschreitende Verfügbarkeit mit einkalkulieren. Das Sixt-Abo beschränkt sich auf Europa, und das Europcar- und Avis-Konzept gilt in Deutschland. Die Systeme könnten sich für überwiegend national tätige Firmen lohnen, die oft zu Zielen außerhalb der Metropolregionen unterwegs sind.

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