Flight Academy

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Solange das Flugzeug wackelt ...

Einen Flugkapitän mit Fragen löchern, den Airport-Hangar besichtigen und in der Luft dann alles testen, was die Maschine hergibt: Unsere BizTravel-Autorin hat die Air Events Flight Academy besucht.

von Sabine Neumann, 28.06.2016, 16:06 Uhr
Überall Knöpfe: Blick ins Cockpit eines Airbus A-319.
Foto: Sabine Neumann

Klingt doch gut: innerhalb von nur einer Stunde die Niederlande, Belgien und Deutschland besuchen – im Sink-, Steig- und Kurvenflug. Und in Maastricht gleich noch mal durchstarten. Einen derart abwechslungsreichen Tag bietet die Air Events Flight Academy Luftfahrtfans unter dem Motto „Faszination Fliegen“. Auf dem Programm stehen Frage-Antwort-Runden mit einem Flugkapitän, ein Blick in den Düsseldorfer Technik-Hanger von Air Berlin und – als Höhepunkt – der Rundflug über Rhein und Ruhr mit Abstecher in die Nachbarländer.

Doch vor der Praxis kommt die Theorie. Air-Berlin-Chefpilot Derek Fund, seit 25 Jahren dabei, erläutert den gut 150 Teilnehmern den Aufbau eines Flugzeuges, erklärt Navigation, Start und Landung. Letztere auch durch den Bordcomputer – ein für Piloten sicheres System, so Fund. Landet der Computer, nehmen Fluggäste dies durch ein härteres Aufsetzen auf der Rollbahn wahr. Fund: „Eine gute Landung ist nicht immer weich.“ Zu einem gelungenen Touch Down, so der Fachausdruck, gehört das sofortige Signal an Bremsklappen, Umkehrschub und Bremsen. „Das Fahrwerk muss schnell eingedrückt werden, denn andernfalls verlängert sich die Landerollstrecke.“ Das wäre bei Regen, Schnee, Seitenwind und kurzer Landebahn problematisch.

Im Fokus steht auch das Thema Laserpointer: „Das ist eine echte Gefahr für uns Piloten“, so Derek Fund. „Werden wir plötzlich geblendet, leuchtet das gesamte Cockpit in Sekundenschnelle in Rot und Grün. Diese Lichtkeule hat einen Durchmesser von fünf Metern, die uns extrem stark in der Sicht behindert.“

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Flight Academy 2016

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Seltsame Geräusche an Bord

Auch das immer wieder gefürchtete Thema Turbulenzen erklärt Fund. „Turbulenzen gibt es immer wieder, aber deswegen fallen Flugzeuge nicht vom Himmel"„so der Experte. „Solange es wackelt, fliegen wir noch.“ Die Gründe für einen turbulenten Flug sind nicht immer vorhersehbar: Bei Wirbelschleppen etwa ruckelt die Maschine extrem. Diese zopfartigen und gegenläufig drehenden Luftwirbelungen erstrecken sich in der Luft hinter fliegenden Maschinen. Für nachfolgende Flugzeuge stellen sie eine Gefahr dar. Bilden sie sich, muss der Flieger daher auf der Startbahn in Parkposition gehen und so lange warten, bis die Wirbel entweder vom Wind davongetragen wurden oder sich ausreichend abgeschwächt haben.

Ein weiteres Beispiel für einen unruhigen Flug: Das Flugzeug durchbricht während des Startens mehrere Wolkenschichten. Dann kann der Flieger schon einmal leicht hin- und herschwanken. Durchaus normal sind auch verschiedene Geräusche, die ein Flugzeug beim Start und bei der Landung von sich gibt, beispielsweise:

  • schriller Ton beim Einstieg: Die Hydraulikpumpe schaltet sich automatisch ein, die Laderäume werden geöffnet oder geschlossen.
  • flackernde Kabinenbeleuchtung: Der Bodenstrom wird auf Flugzeugstrom umgeschaltet.
  • bellendes Jaulen bei Anlassen der Triebwerke: Die Hydraulikpumpe springt an.
  • plötzlicher Abbruch der Kabinenansage: Die Stromgeneratoren der Triebwerke übernehmen die Versorgung.
  • lautes Surren in der Nähe der Tragfläche: Die Landeklappen werden zum Start ausgefahren.
  • plötzliches Vibrieren beim Sinkflug: Die Bremsklappen fahren aus.
Die Teilnehmer an der Flight Academy sind ein bunt gemischtes Völkchen: Es sind junge und jung gebliebene Flugfans wie die 66-jährige Rheinländerin, die auch schon mit Sportflugzeug und Heißluftballon unterwegs war. Und wie die 30-Jährige aus Leverkusen, die noch nie geflogen ist und dieses Event von ihrem Vater geschenkt bekommen hat. Oder wie die 14-jährige Paula, die sich den Tag zu ihrer Konfirmation gewünscht hat. Im Air-Berlin-Hangar können sie alle schon mal den Steuerknüppel eines A-319 in die Hand nehmen.

Für Luftfahrt-Freunde

Air Events, 1998 gegründet, veranstaltet Sonderflüge, Rundflüge und thematische Luftfahrtereignisse im In- und Ausland. Routen im Iran oder in Nordkorea gehören ebenso ins Programm wie Rundflüge zum Nordpol. Mit seiner Flight Academy will Air Events außergewöhnliche Einblicke in die „Faszination Fliegen“ geben, auch als Gruppen- und Incentivepaket buchbar. Die nächste Akademie findet am 29. Oktober 2016 erneut am Düsseldorfer Flughafen statt. www.airevents.de

Beim anschließenden Flug im A-320 zeigt Kapitän Fund dann, was er mit seiner 78.000 Kilo schweren Maschine alles anstellen kann. Bereits der Start wird – unüblich – mit voller Kraft vorgenommen. Bei noch gezogener Bremse fährt Fund die Triebwerke auf volle Leistung. Die Gespräche mit dem Tower können die Passagiere übrigens mitverfolgen.

So richtig aufregend wird es dann über Maastricht: Während eines schnellen Notsinkfluges ging es rasant nach unten: alle 2 Sekunden um 100 Meter. Genau 150 Meter über der Landebahn startet Fund heftig durch – ein flaues Gefühl. Der anschließende Kurvenflug wirkt fast schon harmlos. Zum guten Schluss kommt der Kollege Bordcomputer zum Einsatz: Er landet die Maschine, wobei er ständig die sinkende Flughöhe bekanntgibt.

Fest steht: Wer vor dem Besuch der Flight Academy Flugangst hatte, war sie danach garantiert los. Und hatte dabei sogar noch Spaß und gute Laune.

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