Die Zahl der Business-Class-Reisenden wächst wieder deutlich. Gerade auf Fernstrecken ist die Premiumklasse erste Wahl. Zumal ihre Attraktivität zunimmt. Wir stellen einige Angebote vor.
Die Zeit des Sparens um jeden Preis ist vorbei. Nach der Krise ist nicht nur die Zahl der Geschäftsreisen wieder deutlich nach oben gegangen – sondern auch deren Qualität. Dass es 2009 zu einem kräftigen Einbruch von gut elf Prozent gekommen war, lag auch daran, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter statt wie gewohnt in der Business Class in der Holzklasse Platz nehmen ließen – und dies selbst auf Langstreckenflügen.
Heute hingegen ist es vor allem auf Verbindungen in Richtung Fernost wieder mindestens so schwierig wie vor der Krise, einen Sitz im vorderen Teil der Maschine zu ergattern. „Unsere Kunden reisen wieder mehr, gleichzeitig sind die Firmen flexibler“, sagt Martina Eggler, Vertriebschefin von CWT. Hauptsache, das Flugticket ist billig: Dieser Gedanke zählt nicht mehr. Ganz im Gegenteil wird erkannt, dass nur ausgeruhte und hinreichend motivierte Fachkräfte in der Lage sind, bei Verhandlungen in der Ferne Erfolge zu erzielen. Und das geht eben nicht, wenn man sich zuvor zehn oder zwölf Stunden lang in einen engen Sitz hat quetschen müssen.
Eine deutliche Sprache spricht der Business Travel Index des Kreditkartenanbieters Airplus. Von acht auf inzwischen 19 Prozent stieg der Business-Class-Anteil deutscher Unternehmen zwischen 2009 und 2011 – weit mehr als eine Verdoppelung. Mit 41 Prozent ist der Anteil bei den Interkont-Flügen mit Abstand am höchsten, so der Airplus-Index (innerdeutsch 5 Prozent, europäisch 6 Prozent).
Auch zur Freude der Fluggesellschaften, die mit der teuren Premiumklasse einen wesentlichen Teil ihrer Einnahmen bestreiten. Und damit sich noch mehr Reisende wieder weiter vorn hinsetzen, verbessern sie ihr Produkt stetig. Inzwischen verfügen die meisten Airlines über eine sogenannte „neue Business Class“, die in Sachen Komfort selbst der alten First Class kaum noch nachsteht: komplett ausfahrbare Schlafsitze mit Massage-Funktion, eigene Leselampen, extragroße Laptop-Tische, umfassende Unterhaltungsprogramme und Spitzenmenüs setzen sich durch.
Wer will da auf Fernstrecke noch in die Economy Class gehen? Zumal es dabei um mehr als nur um Bequemlichkeit geht. Jörg Martin vom Beratungsunternehmen CTC Corporate Travel Consulting warnt: „Unternehmen, die auf Langstrecke Holzklasse vorschreiben, müssen irgendwann auch Thrombosestrümpfe verwalten.“
Besonderheiten: Die Sitze der Executive First (Business Class) lassen sich in komplett flache Betten von 191 cm Länge verstellen. Massage-Funktion. Der Sitzbereich umfasst eine Raumbreite von etwa 109 Zentimetern. Großer Touch-Bildschirm. Zutritt zum Gang von jedem Sitz aus. Extra großer Serviertisch, Leselampe, Laptop- und USB-Anschluss.
Freigepäck: 3 Koffer à 32 kg
Sonstiges: Separates Check-in, Lounge-Zutritt, bevorzugtes Einsteigen sowie ein exklusiver Concierge-Service für die Passagiere der Executive First Class.
Besonderheiten: Die 200 cm langen Sessel sind in komplett flache Schlafsitze verwandelbar (Air France). Bei KLM beträgt die Sitzlänge 191 cm, der Neigungswinkel 170 Grad. In der A-380 von Air France liegt die Business Class im Oberdeck und
bietet somit eine ruhige Atmosphäre. Laptop-Anschluss und riesiger Bildschirm (38 cm).
Freigepäck: 2 Koffer à 32 kg; Handgepäck: 1 x Standard, 1 x kleines und 1 x Handtasche oder Laptop bzw. Kamera (insgesamt 18 kg).
Sonstiges: Zugang zu mehr als 500 Lounges. Am Heimatflughafen Charles de Gaulle betreibt Air France acht Lounges für Business- und First-Class-Passagiere.
Besonderheiten: Ab Herbst 2011 rüstet Air Berlin auf die neue Business Class um. Vollautomatische Sitze mit einem Neigungswinkel von 170 Grad, verstellbar zu 181 cm langen Liegesitzen. Anschluss für Laptop.
Freigepäck: 30 kg + 1 Sportgepäckstück bis 30 kg (und zweites Handgepäckstück à 6 kg). Auf Langstrecke USA/Kanada: 2 Koffer à 32 kg.
Sonstiges: Business-Class-Passagiere können ihren Sitzplatz kostenlos bei der Service-Hotline reservieren. Eigener Check-in. Spezielle Wartebereiche in Berlin, Düsseldorf und Köln mit Begleitperson. Freier Limousinen-Service in Bangkok, Chiang Mai und Dubai.
Besonderheiten: Die Magnifica (Business Class Fernstrecke) bietet Schlafsitze mit 180-Grad-Neigung, 15-Zoll-Bildschirm und Anti-Geräusch-Kopfhörer in der A-330 (ab Mailand). Zudem Massage-Funktion und USB-Anschluss. Laptop-Anschluss in der A-330 und in der B-777.
Freigepäck: 2 Koffer à 32 kg
Sonstiges: Die Bordmenüs der Magnifica werden aus rein italienischen Zutaten hergestellt, jeden Monat steht eine Region im Fokus. Fünf eigene Alitalia-Lounges in Rom und drei Lounges in Mailand.
Besonderheiten: Moderne Jumbo-Jets B-747 auf der Strecke Frankfurt–Seoul mit Stromanschluss, Leselampe, Schuhablage und extra großen Tischen. Die Business-Class-Sitze haben einen Neigungswinkel von 168 Grad.
Freigepäck: 30 kg
Sonstiges: Wahl zwischen drei à-la-Carte-Menüs, Chauffeur-Service für First- und Business-Class-Passagiere in Seoul. Eigene Lounges im Incheon-Airport. „Magic Boarding Pass Programm“: Sieben Tage lang Rabatt in Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten.
Besonderheiten: Vollständig flache Schlafsessel in der Business Class „Inspiration Japan“ (B-777, ab Frankfurt), jeder Sitz mit Gang-Zugang. 17-Zoll-Monitor, extragroße Seiten- und 50 Prozent größere Laptop-Tische. Schuhablage, Strom-, I-Pod- und USB-Anschlüsse.
Freigepäck: 2 Koffer à 32 kg
Sonstiges: ANA-Lounges und Arrival-Lounges in Tokio-Narita und -Haneda. Moderne japanische Küche an Bord.
Besonderheiten: Komplett flache Betten bis zwei Metern Länge an Bord der A-380 und B-777, in der A-380 mit eigener Minibar. Schlafsessel im Rest der Flotte. Steckdosen am Sitz, Leselampe, dualer USB- Anschluss.
Freigepäck: 40 kg + Golfschläger + Messegepäck
Sonstiges: Gratis Chauffeur-Service zum Hotel und zum Airport (in Deutschland 40-km-Radius rund um den Airport). Gourmetmenüs, Massage-Funktion, 19-Zoll-Bildschirm, 1.200 Audio-/Videokanäle, Satellitentelefon am Sitz. Emirates-Lounges an allen deutschen Flughäfen und an 20 weiteren Zielen.
Besonderheiten: Jeder Sitz der Pearl Business Class verwandelt sich in ein komplett flaches Bett von 185 cm Länge. 38-cm-LCD-Bildschirm, Leselicht und Zeitschriftenständer am Platz. Massage-Funktion, Strom- und zwei USB-Anschlüsse. Jeder Sitz ein Gangplatz.
Freigepäck: 30 kg
Sonstiges: Wahl zwischen A-la-carte-Menü und Snack- Mahlzeiten. Gratis Chauffeur-Service im Umkreis von 40 km um die Flughäfen Frankfurt und München, in Abu Dhabi zu jedem VAE-Ziel. Premium-Lounges u.a. in Abu Dhabi und Frankfurt.
Besonderheiten: Muschelförmige „Prestige-Sleeper“-Sitze mit 188 cm Sitzabstand, die eine völlige Privatsphäre gewährleisten und sich zum 180 Grad flachen Bett verstellen lassen. Leselampe. 16:9-Bildschirme, 58 cm breit.
Freigepäck: 30 kg
Besonderheiten: Auf Langstrecke lässt sich der Sitz zum zwei Meter langen, fast komplett ebenen (171 Grad) Bett ausfahren. Ausklappbarer Sichtschutz, Massagefunktion. Großer Arbeitstisch, Leselampe, Staufach fürs Laptop, Laptop-Anschluss. Extra großer Bildschirm (10,4 Zoll). Breitband-Internetzugang (Fly Net).
Freigepäck: 30 kg
Sonstiges: Zahlreiche eigene Business-Lounges in Deutschland. Alle zwei Monate kreieren Spitzenköche neue Menüs, Weinauswahl durch den Sommelier-Weltmeister Markus Del Monego.
Besonderheiten: Innovativer, 188 cm großer Schlafsitz „Business Sleeper“ in der Langstreckenflotte (A-330 und A-340), um 170 Grad zurückklappbare Liegefläche. Integrierte Massage-Funktion. Stromanschluss für Laptops, beweglicher Bildschirm, Leselampe, Schuhablage, Wasserflasche. Espresso-Bar mit Snacks und Früchten.
Freigepäck: 2 Koffer à 32 kg
Sonstiges: Yoga-Entspannungsübungen auf zwei Filmprogrammen. 200 % Euro-Bonus-Punkte. Skandinavisches Design an Bord. Die drei bis vier Hauptgerichte bestehen ausschließlich aus frischen Zutaten (keine Tiefkühlkost).
Besonderheiten: Mit 76 cm in der B-777 (ab Deutschland fliegen B-777 und B-747) verfügt SIA über einen der breitesten Business-Class-Sitze (in der B-747: 69 cm).Komplett flaches Bett (B-747: 172 Grad Neigung), Gang-Zugang von jedem Sitz (B-777). 39-cm-Monitor (B-747: 26 cm), Strom-, USB-Anschlüsse. In der B-747 verstellbare Leselampe.
Freigepäck: 30 kg
Sonstiges: Acht Gerichte, die vor Abflug bestellt werden können (samt Servierzeitpunkt). Luxuriöse Silver-Kris- Lounges in Singapur, 1000 Inflight-Kanäle im A-380.
Besonderheiten: Die Rückenlehne der Business-Class-Sitze neigt sich in einem Winkel von 170 Grad, die Liegefläche beträgt 190 cm. Fuß- und Wadenstützen. Videobildschirme am Sitz mit aktuellen Kinofilmen. Telefon und Laptop-Anschluss (in ausgewählten Flugzeugen)
Freigepäck: 30 kg
Sonstiges: Menü mit Auswahl eines orientalischen Gerichts. Mehrere eigene „Royal Orchid Lounges“ am Suvarnabhumi Airport in Bangkok und in sieben weiteren thailändischen Flughäfen.
Besonderheiten: Schlafsitze mit 180-Grad-Neigung in der Boeing B-777, die vor allem auf den Langstrecken fliegt. Das Catering stammt vom österreichischen Spitzengastronomen Do & Co mit Niederlassung in Istanbul. Als Getränk auch türkischer Mokka.
Freigepäck: 30 kg
Sonstiges: Eine eigene und komplett erneuerte CIP-Lounge in Istanbul auf 3000 Quadratmeter mit Business-Center, Konferenzraum sowie Bibliothek, Billardtisch, Restaurantbereich, Duschen und Ruheraum.
Besonderheiten: Die Rückenlehne lässt sich zu 165 Grad neigen, die Kopfstützen sind in sechs Richtungen verstellbar (voller Schlafsitz auf asiatischen Fernstrecken und nach Australien). 10,4-Zoll-Bildschirm, der durch Berührung bedienbar ist. Geräuscharmer Kopfhörer. Leselampe, Telefon und Stromanschluss für Laptop.
Freigepäck: 40 kg, 2 x 7 kg Handgepäck
Sonstiges: Faxgerät an Bord. Zehn Videospiele im Rahmen des Unterhaltungsprogramms. Vietnamesisch-asiatische Menüs im kulinarischen Angebot, auf Wunsch Snacks zwischendurch. Im „Summerspecial“ sind zwei Gratis-Inlandsflüge enthalten.