Fluggastrechte

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Wer wann Anspruch auf Entschädigung hat

Verspätetet, überbuchte oder gestrichene Flüge: Auf Basis der EU-Fluggastrechte haben Passagiere in bestimmten Fällen Anspruch auf Entschädigung. Aber wie setzt man diesen durch?

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von Oliver Graue, 17.02.2017, 16:49 Uhr
Bei stark verspäteten oder gestrichenen Flügen haben Passagiere in bestimmten Fällen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung – unabhängig davon, dass sie den Ticketpreis erstattet bekommen.
Foto: Stockbyte

Der gebuchte Flug in den Urlaub oder für die Geschäftsreise ist verspätet. Oder die Fluggesellschaft hat ihn überbucht oder gar ganz gestrichen. Vorfälle wie diese, die meist mit langen Wartezeiten auf den verspäteten oder nächsten Flieger verbunden sind, nerven die Reisenden. Dabei hat die Europäische Union (EU) im Jahre 2004 (gültig 2005) ihre Verordnung 261 beschlossen, derzufolge Passagiere bei mehr als drei Stunden Wartezeit eine Entschädigung zusteht. Diese gilt abhängig vom Grund der Verspätung. Vergeblich hatten die internationale Luftfahrtvereinigung IATA und die Vereinigung europäischer Billigfluggesellschaften ELFAA gegen die Verordnung geklagt.

Obwohl die Verordnung geltendes Recht in den Staaten der EU ist, machen bislang eher wenig Kunden ihre Ansprüche gegenüber der Airline geltend. Hinzu kommt, dass manche Fluggesellschaften die Zahlungen nach wie vor (zunächst) verweigern. Daher haben zahlreiche Portalbetreiber diese Aufgabe inzwischen für sich entdeckt. Im Namen des Kunden fordern sie bei den Fluglinien die Entschädigungen ein. Sind sie damit erfolgreich, leiten sie das Geld an den Passagier weiter, jedoch abzüglich einer Provision, von der sie leben. Meistens bewegt sich dieser Betrag bei gut 25 Prozent der Entschädigungszahlung.

Natürlich kann man im Zweifelsfall auch selbst vor Gericht ziehen. In diesem Fall wäre allerdings eine Rechtschutzversicherung ratsam.

Experten schätzen, dass theoretisch jedes Jahr etwa 1,3 Mio. Passagiere Recht auf Entschädigung hätten. Insgesamt müssten die Airlines damit gut 650 Mio. Euro zahlen: Geld, das von ihren Gewinnen abgehen würde. Tatsächlich fließen vermutlich nur ein Viertel bis ein Drittel dieser Summe.

Zu den Anbietern, die den Betrag von den Airlines einfordern, gehören beispielsweise Refund.me, Refund my Ticket, Claimflights, Flightright, Flugrecht, Fairplane, EU Claim und viele andere mehr. Sie nehmen den Passagieren das Prozessrisiko ab. Kommt es tatsächlich zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung, die jedoch verloren wird, haben Kunden davon keinen Nachteil – außer dass sie keine Entschädigung erhalten. In mehr als 90 Prozent der Fälle siegt jedoch der Portalbetreiber vor Gericht. Wie groß die Chance auf einen juristischen Sieg und damit auf Entschädigungszahlung ist, können die Fluggäste zuvor auf den Internetseiten der Dienstleister überprüfen.

Für wen gilt die Verordnung? Wie hoch sind die Ausgleichszahlungen? In welchen Fällen sind Airlines zur Entschädigung verpflichtet? BizTravel beantwotet die wichtigsten Fragen rund um die EU-Passagierrechte.

Ab nächster Seite: Die 12 wichtigsten Fragen und Antworten

 
 
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