Flughäfen

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Kampf um Airlines so hart wie nie

Auf der Luftfahrt-Konferenz „Connect“ warben die kleinen Airports um Regional-Fluggesellschaften. Diese aber kämpfen oftmals lieber gegeneinander – so wie Air Baltic und Nordica.

von Andreas W. Schulz, 21.03.2016, 22:56 Uhr
Auf der Connect wurde diskutiert.
Foto: Andreas W. Schulz

Der Wettbewerb der Flughäfen um neue Flugverbindungen und Flugfrequenzen ist international ungebrochen. Besonders Airports, die nicht zu den ganz großen gehören, müssen hart und zeitintensiv um jede Airline werben. Da kommen dann Veranstaltungen wie die „Connect“, eine jährlich stattfindende mehrtägige internationale Luftfahrt-Konferenz, gerade recht: Konzentriert und zeitsparend – in einer Art Speed Dating – bringt sie mögliche Partner zusammen. Mit immerhin rund 200 Flughäfen, 50 Gesellschaften und 400 Teilnehmern fand die 13. Connect diesmal im litauischen Vilnius statt.

„Wir würden uns über Verbindungen zu den großen Drehkreuzen nach Frankfurt oder München freuen“, versucht Julian Carr vom englischen East Midland Airport sein Ziel den Airlines schmackhaft zu machen: „Gerade unser Flughafen hat einen sehr hohen Geschäftsreiseanteil. Und unsere Geschäftsreisenden wollen möglichst direkt fliegen – nicht über Birmingham.“ Carrs Adressat sind Anbieter wie die britische BMI Regional, die mit ihren 49-sitzigen Embraer 145 Jets das passende Fluggerät hätte.

BMI-Vertriebschef Jochen Schnadt freut sich denn auch, so heftig umworben zu werden: „Von unseren 18 Jets sind 10 für unsere Partner Lufthansa und Brussels unterwegs – auf Strecken, wo Lufthansa oder Brussels selbst nicht rentabel fliegen können. Wir decken aber auch Nischenmärkte ab, die von Geschäftsreisenden nachgefragt werden.“

Andere Anbieter wie die lettische Air Baltic ist mit ihren 24 Flugzeugen ebenfalls in Nischenmärkten unterwegs und hat sich geschickt mit rund 20 Partnerschaften (Code-Shares) wie etwa zu Air Berlin positioniert – und dies, ohne selbst Mitglied einer Allianz zu sein. „Wir wollen unseren Reisenden eine One-Stop-Verbindung anbieten, um über ein internationales Drehkreuz zum Ziel zu kommen“, wirbt COO Martin Sedlacky. Dieses ist derzeit Riga, gern hätte die Airline aber auch Tallinn und Vilnius als Drehkreuze.

Eigene Airline als „Botschafter unseres Landes“

Air-Baltic-Chef Martin Gauss ist es bisher aber nicht gelungen, die beiden übrigen baltischen Staaten, Estland und Litauen, von einer gemeinsamen Fluggesellschaft zu überzeugen. Zu sehr setzt man dort auf eigene unabhängige Lösungen – auch wenn die schmerzhaften Erfahrungen in der Vergangenheit von Air Lithuanica oder Estonian Air in Pleiten endeten.

So hat sich in Estland die Nordic Aviation Group formiert, die schon nach München, Berlin und Wien mit dem Code von Adria Airways (JP) unterwegs ist, um dann ab Mai 2016 mit ihrer neuen eigenen Marke Nordica und dem Airline Code EE abzuheben: „Wir wollen unabhängig Estland vertreten, als Botschafter unseres Landes agieren“, betont Erik Sakkov, Vorstandsmitglied der jungen Airline.

Kooperation mit Business-Travel-Verbänden oft schlecht

Solche Entwicklungen lassen auch den Verband der europäischen Regional-Airlines (ERA) mit seinen 50 Mitgliedern in Bewegung bleiben. Ihr General-Direktor Simon McNamara: „Flughäfen und Airlines sollten Partner sein, aber oft sind sie es leider nicht.“ Auch könnte die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen dem Verband und den Geschäftsreiseverbänden vorangetrieben werden: „Hier haben wir noch Entwicklungsbedarf“, gibt McNamara zu.

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