Flughafen Hahn

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Verkauf von Mehrheitsanteil ist perfekt

Rheinland-Pfalz hat seinen Anteil am defizitären Flughafen Hahn an den chinesischen HNA-Konzern verkauft. Der Käufer will den Airport aus den roten Zahlen holen.

09.08.2017, 18:08 Uhr
Der HNA-Konzern plant eine Restrukturierung des Airport-Betriebs – ob alle Mitarbeiter bleiben, ist offen.
Foto: Frankfurt Hahn Airport

Der Verkauf des Mammutanteils am defizitären Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz an eine Tochter des chinesischen HNA-Konzerns ist unter Dach und Fach. Das Innenministerium in Mainz teilte am Mittwoch mit, bei einem Notartermin seien ausstehende Schritte zum Inkrafttreten des Vertrags vollzogen worden. „Damit ist der Geschäftsanteil von 82,5 Prozent auf die Käufergesellschaft übergegangen.“ Der Kaufpreis lag bei 15,1 Mio. Euro, den die HNA Airport Group laut Ministerium schon vor dem Vertragsschluss im März hinterlegt hatte.

Der Hunsrück-Flughafen mit Ryanair als wichtigstem Kunden liegt rund 120 Kilometer von Frankfurt entfernt. Voraussetzung für den kompletten Deal war, dass die EU-Kommission vergangene Woche grünes Licht für künftige Subventionen des Landes an den Käufer gab. Höchstens 25,3 Mio. Euro Betriebsbeihilfen sind bis 2024 möglich. Ab dann sind keine Subventionen in der EU für Regionalflughäfen mehr erlaubt. Rheinland-Pfalz stellte dem Flughafen für die kommenden Jahre zudem Investitionsbeihilfen bis zu 22,6 Mio. Euro in Aussicht. Das sei im Interesse des Wirtschaftsstandortes Hahn mit tausenden Arbeitsplätzen.

Der erste Anlauf für einen Verkauf des Flughafens war 2016 spektakulär gescheitert. Der Käufer, die chinesische Shanghai Yiqian Trading, war nach Ansicht der Landesregierung ein Betrüger. Im vergangenen Jahr lag das Defizit des Flughafens bei 14,1 Mio. Euro nach 17,4 Millionen 2015. Die Defizite muss nun der neue Hauptgesellschafter schultern. HNA will den Airport aus den roten Zahlen holen und plant eine Restrukturierung – ob alle Mitarbeiter bleiben, ist offen.

Anders als Rheinland-Pfalz hat Hessen seine 17,5 Prozent bisher nicht verkauft. Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit zwei Bietern behält das Land vorerst seinen Anteil. (dpa)

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