Flugzeugbau

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Boeing kürzt Jumbo-Produktion

Sie starteten als Hoffnungsträger. Doch die Nachfrage nach Riesen-Jets wie der Jumbo von Boeing oder der A-380 von Airbus ist geringer als erwartet. Das Wachstum findet derzeit anderswo statt.

25.01.2016, 09:00 Uhr
Die B-747-8 ist der größte Jet, den Boeing produziert.
Foto: Boeing

Dem Jumbo droht der Tod auf Raten: Der Flugzeug-Hersteller Boeing streicht wegen ausbleibender Neuaufträge die Produktion seines größten Flugzeugtyps B-747-8 kräftig zusammen. Von September an sollen nur noch sechs Maschinen pro Jahr die Werkshallen verlassen, teilte der Airbus-Rivale aus den USA mit.

Derzeit werden jährlich noch mehr als 15 Stück gefertigt. Doch für die jüngste Generation des seit den 1960er-Jahren gebauten, einst größten Verkehrsjets der Welt, findet Boeing kaum noch Interessenten.

Die mangelnde Nachfrage kommt den Konzern teuer zu stehen. Wegen der Produktionskürzung verbucht Boeing in der Bilanz für 2015 jetzt eine Sonderbelastung, die das Ergebnis nach Steuern im vierten Quartal um 569 Mio. US-Dollar nach unten zieht. Weitere Details dürfte es am Mittwoch (27. Januar) geben. Dann will Boeing seine kompletten Jahreszahlen und eine Prognose für 2016 vorlegen.

Die Auftragslage für den Jumbo-Jet wurde zuletzt immer dünner. Zum Jahreswechsel hatte Boeing nur noch Bestellungen für 20 Jets in den Büchern, davon 13 Passagier- und sieben Frachtmaschinen. Mit der Kappung der Produktion stelle sich der Hersteller nun auf die Marktlage ein, sagte der Chef der Verkehrsflugzeug-Sparte, Ray Conner.

Boeing fuhr die Produktion der neuesten Jumbo-Generation seit dem Start 2011 schrittweise herunter. Anfangs wurden zwei Maschinen pro Monat gebaut, derzeit sind es noch 1,3 Stück. Von März an soll es eine monatlich sein, von September an nur noch eine alle zwei Monate.

Die fehlende Nachfrage nach vierstrahligen Riesenjets macht auch Airbus zu schaffen. In den kommenden Jahren dürfte die Produktionsmenge von zuletzt 27 ausgelieferten Maschinen pro Jahr in Richtung 20 Flugzeuge sinken, kündigte Airbus-Verkehrsflugzeugchef Fabrice Brégier an. Mit einem Auftragsbestand von 140 Maschinen zum Jahreswechsel hat Airbus aber einen größeren Puffer als Boeing. (dpa)

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