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Einsatz wegen falscher Funfrequenz

Erst am Vorabend hatte eine ägyptische Passagiermaschine Überschallflüge zweier Bundeswehrjets in der Grenzregion von Hessen und Bayern ausgelöst. Auch in dem Fall hatten die deutschen Behörden keinen Funkkontakt herstellen können. Der Grund war ebenfalls harmlos: Die Besatzung hatte nach ersten Erkenntnissen eine falsche Frequenz eingestellt.

„Die beiden Fälle haben nichts miteinander zu tun“, erklärt der Experte der Luftwaffe. Doch weshalb häufen sich die Einsätze der Abfangjäger gerade jetzt? „Es hängt damit zusammen, dass Ferienzeit ist“, sagt er. „Das ist wie auf der Autobahn: Wenn da mehr unterwegs sind, passiert auch mehr.“

Ob die Abfangjäger dann tatsächlich aufsteigen, sei abhängig vom Einzelfall. „Es wird nicht sofort eskaliert.“ Wann die Jets starten, hänge von mehreren Kriterien ab – eines davon sei die Flugroute des betreffenden Maschine. Überfliege sie „sensible Punkte“ wie ein Atomkraftwerk oder Großstädte, werde eher eingegriffen. „Dann sind die Nerven nicht ganz so stark.“

Erst im März dieses Jahres wurden fünf Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein und Niedersachsen kurzzeitig geräumt, weil kein Funkkontakt zu einem Flugzeug hergestellt werden konnte. Abfangjäger stiegen auf und begleiteten das Flugzeug. Nach Angaben der Luftwaffe war der Funkkontakt zu dem Flugzeug, das auf dem Weg nach London war, schon über Ungarn abgebrochen. Die Maschine wurde von tschechischen Abfangjägern begleitet und beim Einfliegen in den deutschen Luftraum von zwei Eurofightern der Luftwaffe übernommen. In solchen Fällen werde per Sichtkontakt geprüft, ob es eine ungewöhnliche Situation an Bord gebe, sagte ein Sprecher damals.

Auch die Position der Maschine am Himmel spielt nach Angaben der Luftwaffe eine Rolle bei der Frage, ob die Abfangjäger zum Einsatz kommen – etwa, wenn das Flugzeug bis zum Aufsteigen der Jets den deutschen Luftraum wohl ohnehin schon verlassen hätte.

Bei den jüngsten Fällen war die Sorge jedoch unbegründet – in Stuttgart etwa steckte das kaputte Funkgerät dahinter. Der Ernstfall ist tatsächlich selten: Nach Zahlen des Verteidigungsministeriums von Ende 2016 stiegen Eurofighter in den vergangenen fünf Jahren sechs Mal wegen Terrorverdachts auf. Immer gab es Entwarnung. (dpa)

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