Forderung aus Frankreich

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Auch Airbnb und Co sollen Steuern zahlen

US-Megakonzerne wie Airbnb, Google und Apple beherrschen auch den europäischen Markt – und zahlen so gut wie keine Steuern. Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire fordert nun Gerechtigkeit ein.

11.08.2017, 10:59 Uhr
Bruno Le Maire
Foto: imago/Le Pictorium

Megakonzerne wie Google oder Airbnb treten auch in Europa äußerst aggressiv auf. Leidtragende sind die klassischen europäischen Unternehmen, die preislich mit den US-Amerikanern nicht mithalten können, weil diese so gut wie keine Steuern zahlen. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hat dies nun als „inakzeptabel“ bezeichnet. Gemeinsam mit Deutschland will Frankreich im Herbst Vorschläge präsentieren, um diese unfaire Wettbewerbslage zu ändern.

„Airbnb hat das Recht, in Frankreich aktiv zu sein“, sagte Le Maire im französischen Parlament. „Aber wir haben auch das Recht, von Airbnb und allen Online-Plattformen einen gerechten Beitrag zu den öffentlichen Kassen zu verlangen.“ Es könne nicht sein, dass US-Megakonzerne aus dem Silicon Valley mit Hilfe der europäischen Regierungen die europäischen Wettbewerber platt machten. Genau dies sei aber derzeit der Fall. So würden Giganten wie Airbnb allein in Frankreich Dutzende Millionen Euro erwirtschaften, zugleich aber nur lächerliche Zehntausend Euro Steuern zahlen.

Deutschland teilte auf Anfrage von Medien mit, gemeinsam mit Frankreich an Plänen zu arbeiten, wie die digitale Wirtschaft und die Sharing Economy gerecht besteuert und Steuerhinterziehung verhindert werden kann. Bislang ist diese auch deshalb so erfolgreich, weil es an EU-Gesetzen in diesem Bereich mangelt. Gerade US-Konzerne schieben Profite, die sie in Europa machen, gern in die USA oder in Niedrigsteuergebiete.

Airbnb-Partner hinterziehen oft Steuern

Bei Airbnb kommt hinzu, dass Vermieter ihre Einkünfte beim Fiskus oft verschweigen, und Airbnb die entsprechende Verantwortung von sich schiebt. Tatsächlich muss jedoch, wer derartige Zimmer anbietet, dafür auch Steuern bezahlen.

Betreiben Vermieter dieses Geschäft intensiv, müssen sie sogar zusätzlich Umsatz- und Gewerbesteuer abführen. Tun sie dies nicht, verstoßen sie außerdem gegen den fairen Wettbewerb, da ihre Konkurrenten wie Hotels selbstverständlich Steuern zahlen müssen. (OG)

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