Free Floating

(0)

Carsharing für die Firma

Auch im geschäftlichen Segment gewinnt die neue Mobilitätsform Anhänger. Doch Firmen, die sie nutzen wollen, sollten einiges beachten.

Seite 1 von 2
von Oliver Graue, 04.04.2016, 09:00 Uhr
Carsharing: Eingeschränktes Angebot für Firmenkunden
Foto: Thinkstock

München geht voran: Wer in Bayerns Landeshauptstadt ein Carsharing-Fahrzeug benutzt, kann dieses voraussichtlich von Frühjahr an auch in den Parklizenzzonen in der Altstadt und am Hauptbahnhof abstellen. Was bisher für Anwohner reserviert war, dürfen dann auch die Kunden jener Unternehmen nutzen, die mit dem neuen Trend zum Teilen ihr Geld verdienen. Zudem darf jeder Anbieter mehr als die bislang erlaubten 500 Autos flexibel am Straßenrand parken. Statt 1800 Euro zahlt er nur noch 900 Euro an Parklizenzgebühren – ab dem 600. Fahrzeug sogar gar nichts mehr. „Das ist ein Meilenstein für das Carsharing in München“, schwärmt Sebastian Hofelich, Geschäftsführer der BMW-Tochter Drive Now.

Die Gleichung der Stadt, deren Einwohnerzahl nach wie vor wächst, ist einfach: Je mehr Carsharing-Autos auf dem Markt sind, desto mehr Menschen nutzen diese und verzichten dafür auf ihren eigenen Wagen. Und je mehr Privat-PKW auf diese Weise wegfallen, desto stärker nimmt der Parkdruck ab. Bisherige Lizenzzonen komplett umzuwidmen – dazu konnten sich die Politiker aber noch nicht durchringen. Ihre Hoffnung ist vielmehr, dass durch die vereinfachten Regeln neben den Platzhirschen Drive Now und Car2Go weitere Anbieter Fuß fassen können.

Was Hofelich als „mutig, richtig“ und gar als „Paradigmenwechsel“ bezeichnet, scheint für beide Seiten – Anbieter wie Kommune – eine gute Lösung zu sein: Bedeutet er für Erstere ein besseres Geschäft, entlastet er die vor dem Verkehrsinfarkt stehende Stadt von Fahrzeugen, Platznot, Lärm- und Luftemissionen. Für die Kunden wiederum bedeutet die neue Freizügigkeit, dass die Autos für sie schneller auffindbar und damit besser verfügbar sind.

Free Floating nur in Großstädten

Einen Haken hat die Sache allerdings: Das sogenannte Free Floating, also das Carsharing für jedermann, ist eine rein großstädische Angelegenheit. Und selbst in Metropolen wie Berlin, Hamburg, München, Köln oder Frankfurt, in denen die Anbieter aktiv sind, beschränken sich die Bereiche, in denen Fahrzeuge abgestellt werden können, in der Regel auf die engeren innenstädtischen Bereiche.

Mit Blick auf die geschäftliche Nutzung des Free Floating verwundert denn auch nicht, wie unterschiedlich Travel Manager das Thema wahrnehmen. So startete der Bayer-Konzern vor etwa zweieinhalb Jahren sein Carsharing-Programm. Heute zählt Travel Manager Martin Wilczynski mehr als 100 Fahrten pro Monat. „Das muss noch deutlich mehr werden“, fordert er. Ganz anders Roland Bruckmann, der sich bei der Salzgitter AG um Geschäftsreisen kümmert. „Für mich ist Carsharing völlig überbewertet“, sagt er. „Als Konzern, der auf dem Land sitzt, kann ich gar nichts damit anfangen.“

Tatsache ist: Während andere Formen der Sharing Economy wie Airbnb im Travel Management wegen ungelöster Sicherheits- und Datenschutzfragen umstritten sind, haben die meisten Geschäftsreiseplaner gegen das Carsharing nichts einzuwenden. Noch nutzen zwar größtenteils Privatpersonen die Angebote. Doch Unternehmen wie Bayer sind daran interessiert, das Autoteilen auch ihren Mitarbeitern schmackhaft zu machen. Denn auch wenn es derzeit in aller Regel noch eine Ergänzung des firmeneigenen Fuhrparks darstellt, könnte es mittel- bis langfristig zur Alternative werden. Und damit zum Einsparen von Mobilitätskosten beitragen.

 
 
1 spacer 2

Weitere Business Travel-Themen

Verpflegungspauschale
(0)

Neue Sachbezugswerte für 2017

Die amtlichen Werte, die für Mahlzeitengestellung außerhalb von Dienstreisen anzusetzen sind, wurden leicht erhöht. Der Betrag für Unterkunftskosten bleibt gleich. mehr

 
© 2017 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media