Geo-Tracking

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Geschäftsreisende besser aufspüren

Wer seine Reisenden mit GPS ausrüstet, kann sie im Notfall viel genauer aufspüren als nur mit Hilfe der Buchungsdaten. Allerdings müssen beim Geotracking einige Datenschutzregeln beachtet werden.

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von Andreas J. G. Wellauer, 10.10.2016, 09:00 Uhr
Foto: Thinkstock

Terror lässt sich längst nicht mehr auf Städte wie Kabul oder Khartum beschränken. Aber auch Überschwemmungen, Erdbeben oder Vulkanausbrüche gehören zu den Risiken auf Reise. Immer gilt dabei: Firmen haben eine Fürsorgepflicht gegenüber ihren Mitarbeitern, vor allem gegenüber den Geschäftsreisenden, welche dauernd wechselnden Gefahren ausgesetzt sind. Es ist nötig, dass Unternehmen neue und bedeutend bessere Wege finden, um ihre Mitarbeiter zu schützen und im Notfall schnellstmöglich reagieren zu können.

Heute werden meist die Buchungsdaten herangezogen, um zu sehen, ob sich Mitarbeiter im betroffenen Gebiet aufhalten. Diese Daten sind jedoch auf den Flughafen und das gebuchte Hotel limitiert – und damit inadäquat und unvollständig. Die zunehmende und unaufhaltsame Nutzung alternativer Buchungsmöglichkeiten verschärft diese Situation durch eine lückenhafte Datenerfassung.

Nehmen wird den Terror in Brüssel: Waren meine Mitarbeiter zum Zeitpunkt der Anschläge überhaupt am Flughafen oder in der Nähe der Brüsseler Metro-Station? Waren sie vielleicht auf dem Weg in die Stadt oder in unmittelbarer Nähe der Geschehnisse? Waren sie vielleicht gar nicht in Brüssel, sondern bei einem Termin in Antwerpen? Kann ich ihnen Notfall-Infos senden, auch wenn sie vielleicht noch gar nichts von den Gefahren wissen?

Traveller Tracking und Geo-Tracking

In einer immer aktiven und voll vernetzten Gesellschaft müssen wir innerhalb von Sekunden über Probleme informiert sein, um reagieren zu können und Schaden abzuwenden oder einzudämmen. Eine unzureichende Erfüllung der unternehmerischen Sorgfaltspflicht kann finanzielle, rechtliche, versicherungstechnische und rufschädigende Folgen haben. Weil herkömmliche Datenquellen diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden, gibt es Alternativen: Traveller Tracking oder Geotracking.

Diese Systeme basieren auf der Ortung von Mobilfunk- oder Satellitendaten der Reisenden. Dabei wird, immer mit vollem Wissen und Einverständnis des Mitarbeiters, eine Software auf dem Handy oder Laptop installiert, welche unter klar definierten Bedingungen die Standortdaten des Mitarbeiters bestimmen und weiterleiten kann.

Dadurch lässt sich nicht nur der tatsächliche Aufenthaltsort des Mitarbeiters erfassen, sondern man kann ihn mit Hilfe der Software auch auf Gefahren in der Umgebung hinweisen, Nothilfe organisieren oder Details vor Ort erfahren, um andere Mitarbeiter zu warnen. Diese Technik würde die Sicherheit und den Schutz von Mitarbeitern revolutionieren – gleichzeitig wirft das Geotracking jedoch datenschutzrechtliche und persönlichkeitsrechtliche Fragen auf.

Schneller Hilfe organisieren

Klar: Geotracking ist eine höchst effektive Methode zur Lokalisierung von Mitarbeitern. Gleichzeitig löst es die Probleme der lückenhaften Datenerfassung durch dezentralisiertes Buchen. Natürlich sind solche Systeme nicht kostenlos, und die Erstellung einer Wirtschaftlichkeitsrechnung hat ihre Tücken. Denn wenn es keine Notfälle gibt, lässt sich der Kosten-Nutzen-Effekt nicht messen. Das Kostenargument zieht hier also nicht. Tritt allerdings ein Notfall ein, können seine Kosten die des Geotrackings bei Weitem übersteigen.

Die Erfassung von Personendaten, unter das Geotracking fällt, regelt jedes Land durch eigene datenschutzrechtliche Gesetze. Bis jetzt hatte diese Methode der Lokalisierung einen schlechten Ruf, da sie oft missbraucht wurde, um Mitarbeiter zu kontrollieren und daraus Rückschlüsse über deren Leistung zu schließen. Etliche Regeln und Urteile verbieten daher das Geotracking. Die positiven Seiten dieser Methode im Reisemanagement sind jedoch zu neu, um bislang gesetzlich definiert zu sein.

 
 
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