Geplatzte BER-Eröffnung

(0)

Airport war offenbar nur zur Hälfte fertig

Vor vier Jahren platzte die geplante Eröffnung des Hauptstadt-Flughafens BER. Grund sollen Fehler beim Brandschutz gewesen sein. Doch ein Bericht zeichnet ein ganz anderes Bild.

12.02.2016, 11:01 Uhr
Der Check-in-Bereich sieht seit Jahren so gut wie fertig aus.
Foto: Alexander Obst/Marion Schmieding/Flughafen Berlin Brandenburg

Die „Bild“ zitiert aus einem Bericht von Brandenburgs Landesrechnungshof. Demnach soll die „operative Betriebsfähigkeit“ des BER mit Abschluss des Probebetriebs im Mai 2012 nur bei 56,2 Prozent gelegen haben. Unter anderem seien nur 26 der 102 Flugsteige nutzbar gewesen. Die Großgepäckaufgabe Abflug sei nicht einsatzbereit gewesen. Die Informations- und Ticketschalter im Check-in-Bereich hätten nicht zur Verfügung gestanden.

Die Behörde habe anderthalb Jahre das Projekt geprüft. Doch der Bericht sei auf Betreiben der Flughafen-Gesellschaft FBB geheim geblieben. Dieser Tage wurde das Papier auf Antrag des Potsdamer Landtags öffentlich.

Mehrere Parteien fordern nun, dass die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht auf Straftaten prüfen solle. Hintergrund sei ein Versagen von Flughafenchef, Aufsichtsrat und BER-Gesellschaftern. „Spitzenpolitiker gehören in die Gesellschafterversammlung, nicht in den Aufsichtsrat“, fordert zudem der Rechnungshof, wie die „Bild“ schreibt. Er wolle eine Haftungsprüfung durch unabhängige Kontrolleure. Würden die früheren Aufsichtsräte dabei nicht entlastet, würden auch Schadensersatz-Forderungen drohen.

Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat inzwischen den Bericht des Brandenburger Landesrechnungshofes angefordert, in dem mangelnde Steuerung des Pannenprojekts durch die Eigner Bund, Berlin und Brandenburg gerügt wird. „Wir werden prüfen, ob es Anhaltspunkte für eine Straftat gibt“, sagte Oberstaatsanwalt Horst Nothbaum am Freitag. Dabei könne es um beteiligte Firmen, die Flughafengesellschaft, aber auch Aufsichtsratsmitglieder gehen. Ermittlungen gebe es aber noch nicht, betonte Nothbaum. (ASC/dpa)

Weitere Business Travel-News

Neiddebatte
(0)

Verdi-Chef kritisiert CEO-Privilegien

Auch Verdi-Chef Frank Bsirske hat das abgesicherte Gehalt von Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann scharf kritisiert. mehr

 

Luxus-Hotellerie
(0)

Kempinski investiert im Nahen Osten

Kempinski Hotels will im kommenden Jahr mehrere neue Häuser im Oman, den Emiraten und Saudi-Arabien eröffnen. Die Hotelkette spricht von einer „langfristigen Version“. Ein Haus muss weichen. mehr

 

Job-Börse
(0)

Berlin an Air-Berlin-Mitarbeitern interessiert

Die Berliner Verwaltung ist weiter daran interessiert, Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin einzustellen. mehr

 

Fürstlicher Abflug
(0)

Empörung über Millionen für Air-Berlin-Chef

Die Fluggesellschaft mit den Schokoherzen hat offenbar auch ein Herz für ihre Chefs. Der absehbare goldene Handschlag empört Politiker, denn tausende Beschäftigte von Air Berlin fürchten um ihren Job. Was ist dran an den Vorwürfen? mehr

 
© 2017 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media