Germanwings-Absturz

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Ermittler fordern Konsequenzen

Wie kann künftig verhindert werden, dass kranke Piloten Flugzeug-Katastrophen auslösen? Die französischen Ermittler legen nach dem Germanwings-Unglück ihre Empfehlungen vor.

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14.03.2016, 08:08 Uhr

Als Konsequenz aus der Germanwings-Katastrophe fordert die französische Untersuchungsbehörde BEA routinemäßige Überprüfungen bei Piloten-Ausfällen sowie klare Regeln für die ärztliche Schweigepflicht. Die Schweigepflicht bei einer Gefährdung sei von Land zu Land unterschiedlich geregelt, stellt die BEA in ihrem Abschlussbericht fest, den sie am Sonntag in Le Bourget bei Paris vorlegte. Beide Maßnahmen sollten „auch im Hinblick auf psychiatrische und psychologische Probleme“ erfolgen.

Der Co-Pilot Andreas Lubitz (27) brachte am 24. März 2015 den Airbus A-320 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich zum Absturz in Südfrankreich. Alle 150 Menschen an Bord starben. Zuvor hatte er den Flugkapitän aus dem Cockpit ausgesperrt. Lubitz war nach Erkenntnissen der Ermittler psychisch krank und hatte mehrere Ärzte aufgesucht. Er litt unter Depressionen und suchte im Internet nach Suizid-Möglichkeiten.

Laut BEA-Bericht diagnostizierte ein Mediziner nur zwei Wochen vor der Katastrophe eine mögliche Psychose bei Lubitz – eine schwere Störung mit zeitweiligem weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs. Der Arzt empfahl eine Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus.

Niemand wusste von der Krankschreibung des Piloten

Die BEA bestätigte außerdem, dass Lubitz die Lufthansa-Tochter Germanwings vor dem Unglücksflug nicht über seine Krankschreibung informierte: „Weder die Behörden noch der Arbeitgeber waren vom Co-Piloten selbst oder von einer anderen Person, zum Beispiel einem Arzt, Kollegen oder einem Familienangehörigen informiert worden.“ Der Co-Pilot habe vermutlich auch finanzielle Einbußen befürchtet für den Fall, dass er seine Verkehrspiloten-Lizenz verlieren würde.

Ihre Empfehlungen schickte die BEA an die Europäische Agentur für Flugsicherheit (Easa) und die EU-Mitgliedsstaaten. Den Abschlussbericht veröffentlichten die Ermittler kurz vor dem ersten Jahrestag des Absturzes.

 
 
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