Wer im Sommer nach Finnland reist, könnte Probleme mit dem Biorhythmus bekommen, zumindest in den nördlichsten Landesteilen. Denn dort, jenseits des Polarkreises, geht die Sonne an 73 Tagen hintereinander nicht unter. Im Winter dagegen taucht sie an 51 Tagen überhaupt nicht am Horizont auf.
Beim Geschäftemachen allerdings zeigen sich die Finnen unabhängig von der Jahreszeit sehr aufgeweckt. Sie halten sich nicht lange mit Small Talk auf, sondern kommen möglichst schnell zur Sache. In Verhandlungen favorisieren sie eine zielgerichtete und strukturierte Arbeitsweise. Es wird ehrlich, fair und offen diskutiert. Hierarchische Unterschiede spielen im Geschäftsleben des Landes, das mit 5,3 Millionen Einwohnern zu den am dünnsten besiedelten in Europa gehört, keine besonders große Rolle.
Kleidung: Bei Männern sind Anzug und Krawatte Pflicht, Frauen sollten zu Geschäftsterminen ein Kostüm tragen.
Pünktlichkeit: Bloß nicht zu spät zum vereinbarten Termin erscheinen! Zumal die Finnen selbst sehr pünktlich sind.
Begrüßung: In Skandinavien regiert das „Du“. Trotzdem sollte man zu Beginn sein Gegenüber mit dem Nachnahmen ansprechen und abwarten, wie sich der Geschäftspartner verhält. Nicht wundern, wenn man nicht per Händedruck, sondern allein verbal begrüßt wird. Das ist kein Zeichen von Unhöflichkeit.
Verhandlungen: Der Finne liebt es direkt und redet nicht um den „heißen Brei“ herum. Man diskutiert offen, aber fair und arbeitet strukturiert und zielgerichtet. Mündliche Vereinbarungen sind genauso verbindlich wie schriftliche Abmachungen.
Tabus: Alkohol kann man bei Einladungen als Gastgeschenk gern mitbringen, darüber reden sollte man aber nicht.