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Geschäftsreisen online einkaufen

23.09.2009, 17:15 Uhr

Jetzt macht’s klick

von Oliver Graue

In der Krise buchen mehr Firmen im Internet statt im Reisebüro, um zu sparen. Doch das rentiert sich längst nicht immer. Für wen online lohnt und wer offline besser wegkommt – der BizTravel-Report.

Klick auf die Spartaste: Lohnen sich auch Einzelportale für Travel Manager?
Foto: iStockphoto

Die Krise, die Gerhard Kaminski meint, liegt einige Jahre zurück. Und mit dem, was momentan die Welt bewegt, hatte sie nichts zu tun. Es war ein Branchen-Ereignis: Weil die Lufthansa 2004 die Reisebüro-Provisionen strich, begannen die Büros, Service-Gebühren vom Kunden zu erheben. Auch vom Firmenkunden. „Als Reaktion darauf haben wir im Februar 2005 die Online-Buchung eingeführt“, erzählt Gerhard Kaminski, Travel Manager des Haushaltsgeräte-Herstellers Vorwerk. Mit Hilfe des Internet wollte er unter anderem diese zum Teil hohen Buchungspauschalen umgehen. Kaminski hat sein Ziel erreicht. „Bereits Ende 2005 hatten wir zwölf Prozent unserer Kosten eingespart“, berichtet er. Eingespart auch deshalb, weil die Reisenden frühzeitiger buchten als bis dato, mehr Sonderangebote nutzten und zunehmend Billigflieger akzeptierten. Kaminskis Bilanz: „Dank Online-Buchung vermeiden wir nicht nur einige 10.000 Euro Service-Gebühren im Reisebüro. Darüber hinaus sind die Kollegen kostenbewusster und sparsamer geworden.“

Online spürt die Krise kaum

Geschäftsreisebüros bestätigen dies. „Der Trend zu günstigen Buchungslösungen hält an“, sagt Mathias Warns, Deutschlandchef von HRG. Wettbewerber CWT verzeichnet nicht nur „eine starke Nachfrage nach Online-Software“, so Vertriebsleiterin Martina Eggler, sondern auch gestiegene Internet-Nutzungsraten bei bestehenden Kunden. Eggler: „Allein innerhalb des ersten Halbjahres 2009 ist diese Rate um sieben Prozent auf nunmehr 39 Prozent gestiegen. Online rückt in den Fokus.“

Und doch gilt: Die Ideallösung für alle Unternehmen ist es nicht. Mitunter ist es im Reisebüro günstiger. Entscheidend dafür, ob sich der virtuelle Weg lohnt, ist die Reisestruktur. Auch die Firmenphilosophie spielt eine Rolle. „Die Firma muss grundsätzlich klären, wo sie den Buchungsprozess haben will“, sagt Herbert Zitzen, Travel Manager von MAN. Er warnt vor einer Milchmädchenrechnung. „Natürlich kostet das Reisebüro Service-Gebühren“, sagt er. „Bucht der Reisende selbst, verbringt er seine Arbeitszeit damit.“ Und die kostet Geld.

Für Hotels die Online-Portale nutzen

FLÜGE IM FOKUS Buchungssoftware sollte man – so sie überhaupt gewünscht ist – wegen der Flüge einführen, nicht aber wegen der Hotels. Gängige Internet-Portale bieten mit ihren speziellen Firmenzugängen nicht nur gute tagesaktuelle Preise. Auch lassen sich firmeneigene Nettoraten in die Systeme einpflegen, zudem liefern die Anbieter Reportings.

GROSSE AUSWAHL Zu den wichtigsten Hotelportalen für Firmenkunden zählen Corporate Rates Club, Derhotel.com, ehotel, hotel.de und HRS. Derhotel übernimmt auch die Verhandlung von Firmenraten für ausgewählte Hotels.

MESSE Das Portal Tradefairs bietet Hotels zu Messezeiten, in denen sonst alles aus- ­gebucht ist – samt Reporting sowie Teilnehmer- und Kontingent-Management.

PREISSUCHE Suchmaschinen wie Trivago, Kinkaa oder Kelkoo vergleichen die Angebote diverser Portale. Keine Firmenraten.

 
 
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