In der Krise buchen mehr Firmen im Internet statt im Reisebüro, um zu sparen. Doch das rentiert sich längst nicht immer. Für wen online lohnt und wer offline besser wegkommt – der BizTravel-Report.
Die Krise, die Gerhard Kaminski meint, liegt einige Jahre zurück. Und mit dem, was momentan die Welt bewegt, hatte sie nichts zu tun. Es war ein Branchen-Ereignis: Weil die Lufthansa 2004 die Reisebüro-Provisionen strich, begannen die Büros, Service-Gebühren vom Kunden zu erheben. Auch vom Firmenkunden. „Als Reaktion darauf haben wir im Februar 2005 die Online-Buchung eingeführt“, erzählt Gerhard Kaminski, Travel Manager des Haushaltsgeräte-Herstellers Vorwerk. Mit Hilfe des Internet wollte er unter anderem diese zum Teil hohen Buchungspauschalen umgehen. Kaminski hat sein Ziel erreicht. „Bereits Ende 2005 hatten wir zwölf Prozent unserer Kosten eingespart“, berichtet er. Eingespart auch deshalb, weil die Reisenden frühzeitiger buchten als bis dato, mehr Sonderangebote nutzten und zunehmend Billigflieger akzeptierten. Kaminskis Bilanz: „Dank Online-Buchung vermeiden wir nicht nur einige 10.000 Euro Service-Gebühren im Reisebüro. Darüber hinaus sind die Kollegen kostenbewusster und sparsamer geworden.“
Geschäftsreisebüros bestätigen dies. „Der Trend zu günstigen Buchungslösungen hält an“, sagt Mathias Warns, Deutschlandchef von HRG. Wettbewerber CWT verzeichnet nicht nur „eine starke Nachfrage nach Online-Software“, so Vertriebsleiterin Martina Eggler, sondern auch gestiegene Internet-Nutzungsraten bei bestehenden Kunden. Eggler: „Allein innerhalb des ersten Halbjahres 2009 ist diese Rate um sieben Prozent auf nunmehr 39 Prozent gestiegen. Online rückt in den Fokus.“
Und doch gilt: Die Ideallösung für alle Unternehmen ist es nicht. Mitunter ist es im Reisebüro günstiger. Entscheidend dafür, ob sich der virtuelle Weg lohnt, ist die Reisestruktur. Auch die Firmenphilosophie spielt eine Rolle. „Die Firma muss grundsätzlich klären, wo sie den Buchungsprozess haben will“, sagt Herbert Zitzen, Travel Manager von MAN. Er warnt vor einer Milchmädchenrechnung. „Natürlich kostet das Reisebüro Service-Gebühren“, sagt er. „Bucht der Reisende selbst, verbringt er seine Arbeitszeit damit.“ Und die kostet Geld.