Handgepäck

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Das darf wirklich mit an Bord

Immer mehr Fluggesellschaften bieten reine Handgepäck-Tarife an. Geschäftsreisende, die nur kurz unterwegs sind, können damit sparen. Doch Vorsicht: Die Tarifregeln sind äußerst unterschiedlich.

von Martin Jürs, Oliver Graue, 22.03.2017, 09:00 Uhr
Erst Abmessen, dann einsteigen: Handgepäck-Kontrolle selbstgemacht

Die einen sprechen von einem kaum noch durchschaubaren Wirrwarr an Tarifen, die anderen loben die neuen Auswahlmöglichkeiten. Tatsache ist allein: Die Preiskonzepte der Fluggesellschaften haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert – eine Reaktion auf die Erfolge der Billigflieger. Mehr und mehr setzen sich auch bei den etablierten Airlines Modelle durch, bei denen Passagiere nicht nur zwischen verschiedenen Buchungsklassen, sondern auch zwischen mehreren Tarifen mit unterschiedlichen Leistungen wählen können.

Insbesondere im innerdeutschen und innereuropäischen Verkehr bieten die Airlines Tarife an, bei denen Reisende ausschließlich Handgepäck mitführen dürfen. Wer solche günstigen Light- oder Basic-Tarife bucht, sollte vor dem Weg zum Flughafen allerdings prüfen, wie schwer und groß sein Gepäck sein darf, das er mit an Bord nehmen will. Denn bei den Fluggesellschaften gelten die unterschiedlichsten Bestimmungen. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, läuft Gefahr, am Flughafen zur Kasse gebeten zu werden: Ist das Handgepäck zu schwer oder zu groß, muss es auf normalem Wege aufgegeben werden – und das kostet dann viel Geld. Mitunter werden so hohe Beträge fällig, dass sich das Buchen des Nur-Handgepäck-Tarifs nicht gelohnt hätte.

Maße sind oft ähnlich

Wer zum Beispiel mit der Lufthansa-Tochter Eurowings auf Dienstreise geht, der darf ein Handgepäckstück mit den Maßen 55 x 40 x 23 Zentimeter und mit einem Gewicht von maximal acht Kilo mit in die Kabine nehmen. Die gleichen Bestimmungen gelten auch für die Economy und Premium Economy Class der Lufthansa selbst. In der Business Class sind es zwei Gepäckstücke mit jeweils bis zu acht Kilogramm Gewicht.

Beim Wettbewerber Air Berlin gelten dieselben Grenzen für Gewicht und Maße des Handgepäcks. Allerdings dürften Reisende hier ohne Aufpreis zusätzlich eine kleine Tasche mit bis zu zwei Kilo – meist für den Rechner – sowie eine Handtasche mitführen.

Unterschiede beim Gewicht

Mit den Maßen für das Handgepäck liegen sowohl Air Berlin als auch Lufthansa und Eurowings – wie die meisten anderen Fluggesellschaften auch – leicht unter den Empfehlungen der IATA. Der internationale Airline-Verband hält ein Format von 55x45x25 Zentimetern für das Kabinengepäck für angemessen. Was die Abmessungen betrifft, sind die Differenzen zwischen den einzelnen Fluggesellschaften aber meist nur gering.

Anders sieht es beim Gewicht aus. Gelten hier häufig 7 oder 8 Kilogramm als Beschränkung, gibt es etliche Ausreißer nach oben und unten. Besonders aufmerksam sollten Fluggäste sein, die auf ihrer Reise mehrere Fluggesellschaften nutzen. Denn oft greifen hier die unterschiedlichsten Gepäckregeln. Dies gilt sogar für Fluglinien, die demselben Verbund angehören, also Sky Team, Star Alliance oder One World. Denn einheitliche Bestimmungen gibt es auch hier nicht.

Ganz ohne Gewichtsbeschränkung kommen die beiden Fluggesellschaften Easyjet und Iberia aus. Einzige Bedingung: Passagiere müssen ihr Handgepäck ohne fremde Hilfe in den Gepäckfächern der Flugzeugkabine verstauen können. Tasche oder Kabinenkoffer dürfen allerdings auch hier nicht größer als 56x 45 x 25 Zentimeter sein. Großzügiger als die Lufthansa beim Blick aufs Gewicht erweist sich auch British Airways. Hier darf das Handgepäck (Maximalmaße von 56x45x25 Zentimeter) bis zu 23 Kilogramm auf die Waage bringen – das ist genauso viel, wie die meisten anderen Wettbewerber als Höchstgrenze für aufzugebendes Gepäck erlauben.

Und auch der ansonsten als eher kleinlich geltende Billigflieger Ryanair hat sogar gegen einen Fallschirm in der Kabine nichts einzuwenden – allerdings ohne Rauchkanister.

Das Handgepäck verbieten?

Lange Schlangen beim Einsteigen, weil Passagiere umständlich ihr Handgepäck in den Fächern verstauen und anderen Fluggästen den Weg versperren: Das Handgepäck liefert immer wieder Stoff für Diskussionen in der Branche. Zusätzlich verschärft wurden diese durch die Bilder von der missglückten Notlandung einer Emirates-Maschine in Dubai: Statt das Flugzeug so schnell wie möglich zu verlassen, nehmen etliche Passagiere zunächst ihre Taschen aus den Fächern. Piloten fordern lange schon den gänzlichen Verzicht aufs Handgepäck. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Airlines Gebühren für aufzugebendes Gepäck erheben, ist ein solcher Schritt jedoch unwahrscheinlich. go.biztravel.de/handgepaeck

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