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Hanoi und Saigon

19.10.2009, 15:55 Uhr

Knattern mit Flair

von Oliver Graue

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Saigon - Fusion der Kulturen

Saigon ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Vietnams. Die Stadt, die heute Ho Chi Minh City heißt, kombiniert vietnamesische, chinesische und europäische Lebensweisen.

Flüsse und Kanäle umgeben Saigon, das wissenschaftliche, technische, industrielle und touristische Zentrum Vietnams. Die 1976 von der Kommunistischen Partei in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannte Metropole mit ihren mehr als sechs Mill. Menschen boomt. Während manch Plattenbau verkommt, entstehen Baustellen für neue Hoteltürme, und zwischen den kleinen Kunsthandwerksläden finden sich Filialen internationaler Luxusketten wie Chanel und Armani. Während die Kommunistische Partei nach wie vor autoritär herrscht, zeigt sich das Wirtschaftsleben längst offen.

Klima: heiß und feucht, Regensaison von Mai bis November, Trockenzeit Dezember bis April. Durchschnittstemperatur um 27 Grad, heißester Monat ist der April.

Hoteltipps: Top-3-Business-Hotels sind das ParkHyatt, Sheraton Towers und Caravelle Hotel. Frisch eröffnet hat Interconti (Preise ca. 120 bis 200 Euro). Alternative: eines der berühmten Kolonialzeit-Hotels, z. B. Hotel Majestic, Grand Saigon, Hotel Continental, Rex Hotel (jeweils 4 Sterne, ca. 70 bis 90 Euro). Buchen Sie eine Original- Suite in den alten Flügeln!

Ganzkörpermassage und mehr – für 2,50 Euro

Eine einstündige Ganzkörpermassage für nur 2,50 Euro? Sowohl in Saigon als auch in Hanoi sind solche Angebote überall zu finden. Doch Vorsicht: Meist ist in dem Preis noch eine etwas umfassendere „Leistung“ inkludiert… Die nachträgliche Trinkgeld- Verhandlung, die nicht zu umgehen ist, schlägt dann so richtig rein. Und lässt die Wirkung der Massage schnell verschwinden.

Natürlich gibt es auch die seriösen Massagen – zumal diese Art der Physiotherapie fest in der vietnamesischen Kultur verankert ist. Der normale Preis für eine gut gemachte Behandlung beträgt etwa 10 Euro. Angeboten wird sie in 3- oder 4-Sterne- Hotels sowie in Wellness-Salons. In 5-Sterne- Häusern oder Luxus-Spas beginnen die Preise ab etwa 25 Euro pro Stunde.

Achtung: Anders als die thailändische Massage wird ihr vietnamesisches Pendant auf der bloßen Haut praktiziert. Nach der Dusche gibt‘s ein Tuch, aber keinen Kimono.

Restaurants: Temple Club, 29–31 Ton That Thiep Street, antiquarische Einrichtung, das Essen ist typisch vietnamesisch. Spezialität: Bambussalat mit Minz- Schweinefleisch. Tib, 187 Ter Hai Ba Trung Str., Prominente und Künstler mögen das liebevoll eingerichtete, mysteriös wirkende Innere. Traditionelles wie Reispfannkuchen, Frühlingsrollen, Bambus-Garnelen-Salat. Maxim’s Nam An, 15–17 Dong Khoi Str., hohe Decken, rote Wände und Live-Klaviermusik geben dem Haus eine besondere Atmosphäre. Viele Haus-Spezialitäten!

Kulinarische Höhepunkte: An jeder Ecke der Stadt bieten Garküchen die Nudelsuppe Pho an. „Einsteiger“ gehen am besten in eine Filiale der Kette Pho24. Vietnams Küche ist immer knackfrisch, selten scharf und reich an Gemüse. Keine Angst: Hund gibt es nur in speziellen Restaurants.

Attraktionen: Cholon: Das chinesische Viertel mit seinen 450.000 Einwohnern ist eine Stadt in der Stadt. In jeder der nicht enden wollenden Ladenstraßen, auf denen sich die Menschen dicht an dicht drängeln, werden andere Produkte verkauft. Einziger Hort der Stille ist der Tempel Thien Hau. Ben Thanh Market: der bunteste Markt, krasses Gegenteil der geordneten Supermärkte. Krabben, Skorpion-Wein, Calvin-Klein-Nachbildungen, Enten, Frösche, Flipflops: Es gibt nichts, was es hier nicht gibt. Handeln ist Pflicht, und Vorsicht vor Taschendieben! Mekong Delta und Cu Chi Tunnel: die Tunnel des kommunistischen Vietcong aus dem Vietnamkrieg. Ca. 2 Stunden Fahrt ab Saigon.

Flughafen: Der Flughafen Tan Son Nhat liegt fast in der Stadt. Taxifahrt ca. 4–5 Euro

Mobil in der Stadt, Sicherheit, Währung: Hier gilt dasselbe wie bei Hanoi.

Literatur: Sehr aktuell, ausführlich und mit vielen wertvollen Hinweisen: Der Vietnamführer von „Reise Know-How“ zählt eindeutig zu den besten seiner Art. Liebevoll beschreiben die beiden Autoren Land und Leute, und auf ihre präzisen Tipps kann man sich verlassen. Das Buch ist nicht nur hervorragend recherchiert, es ist zudem in einer so lebendigen Sprache verfasst, dass man es schon bei der Reisevorbereitung gar nicht mehr aus der Hand legen möchte (Hella Kothmann, Wolf-Eckart Bühler: Vietnam, 672 S., Preis 22,50 Euro).

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