Die beiden größten Städte Vietnams sind quicklebendig. Und überraschen mit einem ganz eigenen Kosmos. Doch die neue Zeit rückt näher.
Der Verkehrslärm ist ohrenbetäubend. Tausende Mofas knattern über den Asphalt, und auf jedem sitzen mindestens zwei Menschen. Dazwischen bahnen sich Lastwagen ihren Weg, und Fußgänger überqueren scheinbar wagemutig die Fahrbahn. Wagemutig? Eigentlich die einzige Chance, um überhaupt die andere Seite zu erreichen. Saigon, oder Ho-Chi-Minh-Stadt, wie es offiziell seit 1976 heißt, ist exotisch. In jeder Beziehung. So bunt wie die Architektur mit ihren vielen kolonialen Bauten und Pagoden, so vielfarbig ist das Bild der Händler, die am Straßenrand knieend ihre Waren anbieten: getrocknete Insekten zum Beispiel, aber auch Betelnüsse, eine populäre Droge. In Saigon tobt das Leben. Oder besser in HCMC, Ho Chi Minh City, wie junge hippe Bewohner ihre Stadt nennen. Ähnlich quicklebendig geht es in der Hauptstadt Hanoi zu. Anders als Saigon strahlt diese trotz aller Wuseligkeit allerdings einen urbanen Charme aus.
Ob Saigon oder Hanoi: Vietnam ist auf dem Sprung. Politisch gibt nach wie vor die Kommunistische Partei den Ton an – Grundrechte stehen nur auf dem Papier, und es herrscht Zensur. Wirtschaftlich jedoch hat sich das Land gen Westen geöffnet.
Der Handel auch mit Deutschland nimmt zu, und immer mehr Business- Trips führen in das südostasiatische Land. Spiegelverglaste Hochhaustürme, die zwischen den Villen aus der französischen Kolonialzeit und den sozialistischen Protzbauten gen Himmel ragen, deuten auf die neue Zeit hin. Vietnam wird bunter, aber auch globaler. Kritiker sprechen von einer neuen und diesmal freiwilligen Kolonisierung.
Doch noch gibt es sie zum Glück, die vietnamesische Spielform des asiatischen Flairs. Was genau schaut man sich an, wenn zwischen den Geschäftsterminen ein wenig Luft ist? Wo übernachtet man als Business Traveller am besten? Welche Restaurants sind empfehlenswert? Und was gilt es noch zu beachten – bei den Geschäftstreffen etwa, wenn man Geldwechseln oder wenn man einfach nur in den Städten gut vorankommen will? BizTravel hat jemanden gefragt, der es wissen muss: Nghiem Van Khanh, Deutschlandchef der nationalen Fluggesellschaft Vietnam Airlines. Van Khanh, der von 1982 bis 1986 Maschinenbau in Leipzig studierte, hat uns seine besten Tipps für den Business-Trip in sein Heimatland verraten. Wir haben Sie notiert.