Essen im Flieger ist nicht immer ein Genuss. Doch viele Airlines verwöhnen Passagiere mit frisch zubereiteten Speisen.
Carpaccio aus Mostbröckli und Appenzeller, Kabissalat mit Apfelwürfeln und einer Haselnussvinaigrette. Käthi Fässler, Spitzenköchin im Schweizer Hotel Hof Weissbad (15 Gault-Millau-Punkte), verwöhnt Swiss-Passagiere der First und Business Class mit ausgefallenen Menüs. Es sind regionale Köstlichkeiten aus dem Appenzeller Land, die sie im Rahmen des Verpflegungskonzepts „Swiss Taste of Switzerland“ vorbereitet.
Bei Lufthansa schwingt dagegen die oberösterreichische Haubenköchin Elisabeth Grabmer von der Grieskirchner Waldschänke den Kochlöffel. Noch bis Ende Oktober bietet der deutsche Carrier auf der Langstrecke beispielsweise Brustkern vom oberösterreichischen Jungtier mit Bohnen-Radieschen-Salat, Saibling mit Kressepüree oder Apfel-Brioche-Auflauf mit Mostsabayon.
Den delikaten Verwöhnkurs fliegen mehr und mehr Fluggesellschaften von Emirates bis Thai Airways. Im beinharten Konkurrenzkampf gilt der Schlemmerservice in der First und Business Class zunehmend als Differenzierungsmerkmal. Statt pampiges Mikrowellenessen, das das Bordpersonal kurz erwärmt, verfeinert ein echter Koch an Bord die Gerichte à la minute. Bei Austrian Airlines weht zum Dessert ein Hauch Wiener Kaffeehaus durch die Kabine: Die gut zahlende Klientel darf sich an elf österreichischen Kaffeevariationen ergötzen.
Nichts scheint zu aufwendig: Die japanische ANA bereitet für ihre First-Class-Gäste den Reis frisch zu und kredenzt Weinempfehlungen des Sommeliers des ANA-Hotels in Tokio. Bei Lufthansa sorgen Sterneköche wie Paul Bocuse und Eckhart Witzigmann dafür, dass Gäste der First und Business Class das Wasser im Munde zusammenläuft. Emirates präsentiert Menükreationen aus den Ländern, die gerade angeflogen werden. „Authentische Küche liegt im Trend“, sagt Peter Gorges, Küchenmeister bei LSG Sky Chefs. Die Lufthansa-Tochter zählt neben Gate Gourmet International zu den weltweit führenden Catering-Firmen für Flughäfen und Airlines. Bei LSG brutzeln 600 Chefköche 369 Mill. Mahlzeiten pro Jahr für rund 270 Fluggesellschaften. Konkurrent Gate Gourmet aus der Schweiz produziert jährlich 195 Mill. Mahlzeiten für knapp 108 Bordküchen in 29 Ländern.