Hintergründe zur Tarifeinigung

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Lufthansa schafft Perspektiven für 1300 Piloten

Die Verlagerung von Flugzeugen und Pilotenstellen aus dem Konzerntarifbereich heraus wird gebremst. Deshalb gibt es nach einer Tarifeinigung zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit neue Karrierechancen für Flugzeugführer.

von Georg Jegminat, 15.03.2017, 11:55 Uhr
Lufthansa schafft Perspektiven für Piloten. 600 neue Kapitänsstellen und 700 Nachwuschpiloten sollen bis 2022 geschaffen werden.
Foto: DLH

Bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo gibt es wieder Wachstumsperspektiven. Für sie gilt der Konzerntarifvertrag (KTV). Die Drohung von Konzernchef Carsten Spohr, eine weitere Airline nur für Hub-Zubringer zu gründen, ist damit vom Tisch. Die Airline-Gruppe war zuletzt nur noch bei den Tochterfluggesellschaften gewachsen, die nicht dem KTV unterliegen.

Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben sich grundsätzlich auf mehrere Tarifverträge zu Gehältern, Übergangs- und Altersversorgung sowie den Arbeitskonditionen (Manteltarifvertrag) geeinigt. Sie gelten bis 2022. In Summe sinken die Personalkosten im Cockpit um 15 Prozent. „Das Vertrauen zwischen Piloten und Management ist nach Jahren des Konflikts geschädigt. Ich hoffe, dass wir die Basis für eine neue Sozialpartnerschaft gefunden haben“, sagte VC-Tarifvorstand Jörg Handwerk gegenüber der fvw. Bettina Volkens, Lufthansa-Vorstand Recht und Personal, sagt: „Mit dieser Absichtsvereinbarung ist uns endlich der Durchbruch gelungen: Jetzt ist der Weg frei für eine umfassende Einigung mit der Vereinigung Cockpit zu allen offenen Tarifthemen.“

Germanwings fliegt nun doch weiter

Lufthansa sagt zu, dass mindestens 600 Stellen für Flugkapitäne geschaffen werden und dass mehr als 700 Nachwuchsflugzeugführer eingestellt werden. Zudem garantiert sie, dass 325 Flugzeuge von Piloten geflogen werden, für die der KTV gilt. „Nach Flugzeugen ist einstelliges Wachstum zugesagt, wenn es der Markt zulässt“, so Handwerk. Sogar für den Germanwings-Betrieb drehen sich die Perspektiven. Mindestens 38 Flugzeuge sollen dort bereedert werden. Zuletzt war Germanwings, deren Flüge von Eurowings Aviation vermarktet werden, geschrumpft. Immer wenn Lufthansa Piloten benötigte, wurden sie dort abgezogen und Flugzeuge ausgeflottet.

Beide Seiten dürften in diesem erbittert geführten Konflikt, der in 14 zum Teil mehrtägigen Streiks eskalierte, nicht ihre Ziele komplett erreicht haben. Von schmerzhaften Zugeständnissen ist die Rede. „Damit beenden wir nicht nur den längsten Tarifkonflikt unserer Unternehmensgeschichte,“ so Volkens. Vor allem gibt es nun nicht mehr die Streikdrohung, die sich negativ auf die Nachfrage ausgewirkt hat. Außerdem kann die Kern-Lufthansa wieder wachsen und dennoch ist das Management in der Entwicklung des Flugbetriebs im Wettbewerb kaum eingeschränkt.

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