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Selbst die Sternekategorisierung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands scheint vielen Planern nicht aussagekräftig genug: Allein HRS führt bereits 500.000 Bewertungen von Hotelbesuchern. Eine Verdoppelung auf eine Million bis Ende 2007 erscheint HRS-Sprecher Markus Nierhaus realistisch.
Für Papenhoff ist der Grund klar: Travel 2.0 schaffe „umfassende Transparenz“ und ermögliche „den schnellen Vergleich von Informationen“. Ihrer Meinung nach haben Hotelbewertungsportale deshalb „ganz klar eine Zukunft“. Die Entwicklung werde zu „einem Sinneswandel“ führen: „hin zur perfekten Reise“.
Je präziser das Bild im Vorfeld einer Reise, desto größer die Erwartungen vor Ort. Geschürt werden diese Begehrlichkeiten von den Bewertenden selbst. Entgegen vieler Mutmaßungen sind die Bewertungen nämlich überwiegend positiv, betont Papenhoff. Mit billigen Schlammschlachten müssen Suchende nicht rechnen. Obwohl, und das betonen alle Portale mit Nachdruck, keine der Bewertungen redigiert würden. Lediglich „extreme Ausreißer werden begutachtet“, versichert Nierhaus.
Trotzdem dominieren auch in Portalen wie HRS und Hotel.de die Bewertungen von Privaturlaubern. Damit dennoch ein Nutzwert für sämtliche Kunden geschaffen wird, besteht die Möglichkeit, solche Punktezahlen gesondert abzufragen, die speziell von Firmenreisenden vergeben wurden. Klar, denn die Internet-Betreiber wissen nur zu genau, dass Unternehmensgäste andere Bedürfnisse in einem Hotel haben als Touristen.
Aus genau diesem Grund lehnen allerdings Geschäftsreiseplaner wie Günther Wieser Bewertungsportale bei Dienstreisen ab. „Wir verlassen uns grundsätzlich nicht darauf, weil die Bewertungen so subjektiv sind“, erläutert der Manager des Pinneberger Pharmariesen Astra Zeneca. Wieser vertraut lieber dem Siegel Certified Conference Hotels (CCH), das von den Branchenverbänden VDR, GCB, DGVM und Vereinigung Deutscher Veranstaltungsorganisatoren (Veranstaltungsplaner.de) verliehen wird. Günther Wieser selbst ist als ehrenamtlicher CCH-Prüfer tätig. „Wir sind zwar auch subjektiv“, räumt er ein, „aber wir sind dies im Einklang mit unseren Firmenbedürfnissen.“
Dabei sind es oft auch ganz banale, persönliche Bedürfnisse, die zu einer schlechten Internet-Bewertung eines Hauses führen können. Einmal habe einer ihrer Reisenden ein ihr bekanntes Hotel sehr negativ bewertet, erzählt BTM4U-Geschäftsführerin Andrea Zimmermann. Als sie ihn nach den Gründen fragte, beklagte er sich darüber, dass die Betten am Fußende mit einem Rahmen begrenzt waren. Der Mann war 2,05 Meter groß. Zimmermann persönlich genießt die Bewertungen Fremder seither nur „mit Vorsicht“.
Letztlich dürfte das Fazit Michaela Papenhoffs eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzen: „Ich finde die Portale ganz praktisch und nutze sie auch“, sagt die bekennende Anhängerin von Tripadvisor.de. Dass die Beurteilungen nicht der Weisheit letzter Schluss seien, sei aber auch klar: „Jeder muss selbst entscheiden, wie viel Wahrheit er darin findet.“