Online-Portale wie HRS lassen Geschäftsreisende über Hotels abstimmen. Bewertungen können hilfreich sein.
Manipulierbar. Ein Schlagwort, das das Fazit der Stiftung Warentest auf den Punkt bringt. Deren Tester haben die Hotelbewertungsseiten von acht Internet-Portalen unter die Lupe genommen. Online-Seiten also, auf denen Hotelgäste ihre Bewertungen über ein bestimmtes Haus, in dem sie übernachtet haben, abgeben können. Zwar beteuern alle Portale, diese Einträge zu prüfen. In der virtuellen Wirklichkeit erweist sich dieses Versprechen allerdings als Wunschdenken. Mal entpuppte sich bei Stiftung Warentest eine 1A-Bewertung als schlichte Eigenwerbung eines Hotels, mal eine extrem schlechte Benotung als die des jeweiligen Mitbewerbers. Und überhaupt: Was nützt dem Reisenden von morgen ein eventueller Eintrag von vorgestern? Oder, um es mit Gabriele Schulze, Geschäftsführerin der Best Western Hotels Deutschland, zu sagen: „Hotelprodukte sind nicht statisch.“
Für Geschäftsreisende gilt das allemal: Wo vor einem Jahr noch der Internet-Zugang ein Highlight war, ist es heute der kostenfreie High- Speed-Zugang via W-LAN. Was bringen die Hotelbewertungsportale dem Geschäftsreiseplaner? Was bringen sie dem Einkäufer oder der Chefsekretärin, die natürlich nicht jeden der allein in Deutschland rund 295.000 Beherbergungsbetriebe persönlich testen können?
Die Meinungen sind unterschiedlich. Immerhin laden Hotelbuchungsportale wie HRS und Hotel.de erst seit gut einem halben Jahr zum Kommentar à la Amazon ein. Hier lassen sich auch Bewertungen ausgewiesener Städte- und Tagungshotels einstellen und einsehen. Den Trend losgetreten hatten jedoch Urlaubsportale wie Holidaycheck.de und Tripadvisor.de. Diese wenden sich allerdings an eine Klientel mit ganz anderen Bedürfnissen als die des Geschäftsreisenden. Grundsätzlich positiv bewertet Michaela Papenhoff die Entwicklung von – wie sie es nennt – Travel 2.0. „Marktstudien zeigen, dass der Gast eher dem Urteil anderer Verbraucher glaubt als dem positiven Marketing der Hotellerie“, erläutert die Geschäftsführerin der Unternehmensberatung H2C Consulting. Und Business-Travel-Beraterin Andrea Zimmermann bestätigt viele positive Rückmeldungen ihrer Klientel: „Es gibt einfach ein besseres Gefühl, wenn man in ein Hotel muss, was vorher keiner in der Firma kennt.“