Hotelmarkt 2017

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Rekordfieber in Deutschland

So viele Übernachtungen wie nie zuvor verzeichnen die deutschen Hotels. Was dies für das Travel Management bedeutet.

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von Oliver Graue, 09.05.2017, 10:17 Uhr

Von Bremerhaven bis Heidelberg: An einigen Orten Deutschlands warnt der Hotelverband (IHA) bereits heute vor möglichen Überkapazitäten. Dennoch werden derzeit so viele neue Hotels eröffnet wie noch nie. So sind allein für die kommenden drei Jahre deutschlandweit 571 Neu-, Um- und Ausbauten geplant.

Im Vorjahr waren dies noch 517 gewesen. Und werden alle angekündigten Hotelbauprojekte tatsächlich umgesetzt, dann drängen weitere 85.115 Hotelzimmer auf den deutschen Markt. Zu diesem Ergebnis jedenfalls kommt der soeben vorgestellte IHA-Branchenreport 2017.

Für Travel Manager sind dies allerdings nur bedingt gute Nachrichten. Denn ein wachsendes Angebot bedeutet in diesem Fall nicht automatisch, dass die Preise fallen und dass ihre Reisenden somit noch günstiger unterwegs sind als bislang. Die derzeitige Raten-Entwicklung in Deutschland deutet sogar in die andere Richtung: In Städten wie Hamburg und Düsseldorf etwa stiegen die Preise 2016 deutlich, um 14,5 und um 9%.

Die Macht der Konzerne wächst

Daran sind vor allem zwei andere Tendenzen schuld. Erstens: die Konzentration der Betreiber; immer mehr Häuser geraten in die Hände weniger. „Wir erleben derzeit eine beispiellose Konsolidierungswelle“, sagt IHA-Vorsitzender Otto Lindner. „Die Unternehmens- und Markenkonzentration nimmt zu.“ Dass etwa die Übernahme der Starwood-Hotelkette (Sheraton, Westin, Le Meridien) durch Wettbewerber Marriott die Hotellandschaft erheblich verändern wird, hat bereits Geschäftsreiseanbieter CWT in einer Studie prognostiziert.

Travel Manager dürften diese Marktmacht zu spüren bekommen: Der neu formierte Hotelkonzern wird in 14 der 20 meistbesuchten Städte der Welt fast ein Drittel der verfügbaren Hotelzimmer besitzen, in einigen sogar die Hälfte. Für Travel Manager und Einkäufer durchaus ein Grund zur Sorge, denn Marriott nimmt nach Angaben von CWT im Vergleich zu anderen großen Hotelketten am häufigsten nicht an Ausschreibungen unternehmensweiter Hotelprogramme teil. Und Accor, Europas größter Hotelkonzern, kündigte Mitte 2016 die Übernahme der Fairmont-Gruppe (Swissotel, Raffles, Fairmont) an.

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