Hotelraten

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Leider falsch geladen – und jetzt?

Falsch geladene Firmenraten sind ein Ärgernis für Travel Manager – ein teures dazu. Ursache ist oft die Technik. Was lässt sich tun?

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von Oliver Graue, 08.09.2017, 16:53 Uhr
Stimmt die Rate? Mitunter zahlen Reisende zu viel.
Foto: GettyImages

Messezeit? Nein. Dennoch zeigt die Online-Buchungssoftware das vermeintliche Partnerhotel mit einem zu hohen Preis an: Statt der eigens ausgehandelten 80 Euro sind es 90 Euro. Und bei einem anderen Haus fehlt der Hinweis, dass in der vereinbarten Firmenrate das Frühstück enthalten ist. Der Reisende weiß das nicht – und zahlt doppelt.

Dass es immer wieder zu Problemen bei der Ladung ausgehandelter Hotelraten kommt, haben gerade wieder zwei Befragungen ergeben. Sowohl die BCD-Beratungstochter Advito als auch die GBTA kamen zum Ergebnis, dass ein zweistelliger Prozentsatz an verhandelten Tarifen in den elektronischen Systemen falsch angezeigt und damit auch falsch berechnet wird. Hat die GBTA hier einen Wert von 17% ermittelt, kommt Advito bei seiner Umfrage sogar auf 26%. Letzteres gilt zumindest für Jahresbeginn, wenn die im Herbst neu vereinbarten Tarife buchbar sein sollten. Doch: Viele von ihnen sind „entweder falsch oder gar nicht geladen“, sagt Marwan Batrouni von Advito.

„Nicht professionell“

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Raten genauer geprüft werden müssen“, sagt HRS-Chef Tobias Ragge. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs bei den Portalanbietern haben die Kölner natürlich ein wirtschaftliches Eigeninteresse an dem Thema. Aber: Auch „Travel Manager investieren viel Arbeit in die Verhandlung kostengünstiger Hotelraten und spezieller Ausstattungsmerkmale“, so Ragge. „Diese Mühe ist jedoch vergebens, wenn Fehler auftreten und die Firma nicht in den Genuss der verhandelten Konditionen kommt.“

Der Ärger bei vielen Unternehmen ist groß. „Nach unserem Gefühl ist die Quote der falsch geladenen Raten sogar noch höher, als dies die Studien angeben“, sagt Inge Pirner, Travel Managerin des Nürnberger IT-Dienstleisters Datev. „Zudem passiert es, dass ursprünglich korrekt geladene Raten auf einmal wieder falsch angezeigt werden.“

Die Ursachen für das Dilemma sind vielschichtig. Auch Marina Christensen, Vertriebsdirektorin der Best-Western-Hotels für Firmenkunden, zeigt sich über die hohe Quote erschreckt. „Das ist nicht professionell“, sagt die Managerin und weist zugleich alle Vorwürfe zurück, Hotels würden verhandelte Tarife bewusst nicht laden. „Dann würde sich keine Kette ein teures Account Management leisten, dessen Aufgabe es schließlich ist, solche Corporate-Raten zu verhandeln.“

Die Gründe liegen – wie so häufig – vor allem in der sehr komplexen Vertriebstechnik. Längst werden Hotels nicht mehr nur über die klassischen Reservierungssysteme (GDS) verkauft, in denen Fehler recht rasch zu beheben wären. Zahlreiche Drittportale im Internet haben sich inzwischen dazugesellt. Und längst nicht immer sind sie kompatibel mit den elektronischen Systemen, die das Hotel selbst verwendet – wenn dieses überhaupt auf die vollautomatische Datenübertragung setzt.

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