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Sterne, Siegel & Co: Worauf Sie bei der Hotelbewertung achten sollten

Sterne: In den meisten Reisericht linien stellen die Hotelsterne einen nach wie vor wichtigen Orientierungsfaktor dar. „Als maximaler Hotelstandard ist ein Vier SterneHaus ausreichend“, heißt es bei spielsweise. Verbunden wird dies manch mal mit der Verpflichtung, das günstigste Hotel dieser Kategorie zu wählen oder sich an ein Ausgabenlimit von zum Beispiel 120 oder 140 Euro inklusive Frühstück zu hal ten. Hat der Geschäftsreisende innerhalb dieser definierten Grenzen die Wahl, rücken weitere Faktoren in den Fokus, darunter die Bewertung des Hauses durch andere Nutzer.

Online-Bewertung: Nach der per sönlichen Empfehlung durch Kollegen oder Bekannte sind die Kommentare im Internet inzwischen die meistgenutzte Informa tionsquelle. Spezialisierte Portale wie Holi daycheck oder Tripadvisor bieten derartige Bewertungen ebenso an wie die klassischen Buchungsplattformen. Wer auf die Durch schnittsnoten blickt, sollte jedoch darauf achten, dass dieser mindestens 200 Bewer tungen zugrunde liegen – ansonsten ist die Manipulationsgefahr groß. Und: Rein per sönliche Kommentare reichen zudem nicht aus, da BusinessTravelrelevante Fragen wie die Lage und Erreichbarkeit des Hotels darin meist überhaupt keine Rolle spielen. Manche Unternehmen legen sich für Ziele, die sie häufiger bereisen, eine eigene Daten bank an – mit den entsprechenden Bewer tungen der Kollegen.

Siegel: Im GeschäftsreiseSegment am bekanntesten sind die Zertifikate des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR). Hotels, die daran interessiert sind, können sich entsprechend testen lassen. Al lerdings zahlen sie mehrere Hundert Euro für das Siegel.

Das kleine 1 x 1 der Hotelsterne

270 Kriterien enthält der Prüfungskatalog der Dehoga. Je nach Wichtigkeit des Kriteriums erhalten die Hotels bei Erfüllung jeweils 1 bis 20 Punkte. Lediglich für ein Zimmer, das größer als 30 qm ist, sowie für ein 2 x 2 Meter-Bett gibt es 25 Punkte. Jede Frage ist einer der großen Kategorien zugeordnet: Allgemeine Hotelinformationen (z. B. Parkplätze), Rezeption und Services (z.B. Concierge), Zimmer (z.B. Schlafkomfort), Gastronomie (z.B. Getränke), Veranstaltungskapazitäten (z.B. Tagungsräume), Freizeit (z.B. Wellness) und Online-Aktivitäten (z.B. Website mit Gästebewertungen). Wie viele und welche der Kriterien sogenannte Muss-Anforderungen sind, richtet sich nach der angestrebten Sternezahl.

Mindestzahl für 1 Stern sind 90 Punkte, für 2 Sterne sind es 170, für 3 Sterne 260, für 4 Sterne 400 und für 5 Sterne schließlich 500 Punkte. Für den Zusatz „superior“ müssen genau so viele Punkte her, wie sie fürs Erreichen der nächsten Sternekategorie nötig wären. Ein Hotel „3 Sterne superior“ hat also genau wie ein 4-Sterne-Haus 260 Punkte, erfüllt jedoch nur die Muss-Anforderungen an ein 3-Sterne-Hotel.

Die Hotels reichen für ihre Sterne-Einordnung, die freiwillig ist, zunächst eine Selbstauskunft ein. Diese wird von zwei Prüfern vor Ort kontrolliert – neutrale Hoteliers, Mitarbeiter der Tourismusverbände oder andere Fachleute. Die Prüfer sind dazu angehalten, sich vor ihrem Rundgang die Gästebewertungen auf den Internet-Portalen anzusehen und auf die dort kritisierten Dinge ein besonderes Auge zu werfen. Für den Bewertungskatalog 2015 wurden die Kriterien beim Bettenkomfort, beim WLAN-Zugang und bei der Pflege des Online-Auftritts erneuert.

Außer in Deutschland gelten die Sternekriterien seit diesem Jahr in insgesamt 15 europäischen Ländern: in Österreich, der Schweiz, Belgien, Dänemark, Estland, Griechenland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Schweden, Tschechien und Ungarn. Bislang waren es nur 11 Staaten gewesen.

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