Hurghada-Messeranschlag

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Harte Probe für den Ägypten-Tourismus

Reiseveranstalter hatten Ägypten zuletzt als das Trendziel für den Winter ausgerufen. Die Zahl der Buchungen legte nach herben Rückgängen wieder deutlich zu. Welche Folgen hat der Messerangriff von Hurghada für den Ägypten-Tourismus?

17.07.2017, 07:45 Uhr

Die Messerattacke im Badeort Hurghada stellt den jüngsten Aufwärtstrend im Ägypten-Tourismus auf die Probe. Dadurch, dass Ägypten nun wieder in die Schlagzeilen gekommen sei, könne es sein, dass es zu einem kurzfristigen, wenn auch nicht dramatischen Rückgang bei den Buchungen komme, sagte Tourismusexperte Martin Lohmann der Deutschen Presse-Agentur.

Am Freitag war ein Mann von einem öffentlich zugänglichen Küstenstreifen aus an einen Hotelstrand geschwommen und mit dem Messer auf Touristen losgegangen. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben, vier weitere Ausländer wurden verletzt.

Der Reisekonzern TUI rechnet zunächst nicht mit größeren Auswirkungen auf die Reisebuchungen. „Die Nachfrage nach Reisen nach Ägypten hatte deutlich angezogen. Derzeit deutet nichts darauf hin, dass sich hieran grundsätzlich etwas ändern wird“, sagte Sprecherin Anja Braun. Nach dem Anschlag seien bislang keine Rückreisewünsche bekannt geworden. Die Gäste würden ruhig und besonnen reagieren. Bei den Call Centern hätten sich nur wenige Urlauber über die Situation vor Ort informiert.

„Wir haben nur vereinzelt Anfragen von Kunden erhalten, die sich eher generell erkundigen“, teilte auch eine Sprecherin des Reisekonzerns Thomas Cook mit. „Die Buchungen für Ägypten hatten in den letzten Wochen stark angezogen. Wir beobachten die Sicherheitslage vor Ort sehr genau und halten uns strikt an die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes.“

Dessen Reise- und Sicherheitshinweis für Ägypten gilt derzeit unverändert. „Es besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen. Diese können sich auch gegen ausländische Ziele und Staatsbürger richten“, heißt es dort. Bei Reisen nach Ägypten, einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer, werde generell zu Vorsicht geraten.

Der Tourismus in Ägypten hatte lange Zeit wegen der Sicherheitslage gelitten. Wegen der Unruhe im Land nach dem Sturz von Machthaber Husni Mubarak im Februar 2011 und Terrorangriffen war die Zahl der Urlauber in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

In den vergangenen Monaten waren die Deutschen jedoch wieder verstärkt nach Ägypten gereist. Im ersten Vierteljahr 2017 kamen insgesamt 227.000 Besucher aus Deutschland ins nordafrikanische Land – ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei den großen Veranstaltern TUI, FTI, Thomas Cook, DER Touristik und Alltours war die Zahl der Ägypten-Buchungen zuletzt kräftig gestiegen. (dpa)

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