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Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund

Auch wenn viele Menschen in Hurghada eine Gewalttat aus persönlichen Gründen für möglich halten, verdichten sich die Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Nach der Festnahme soll sich der 28-Jährige Uni-Absolvent, der aus dem Nildelta im Norden des Landes stammen soll, in Vernehmungen auf die islamische Rechtssprechung, die Scharia, berufen haben. Er offenbare die Ideologie der IS-Terrormiliz, berichtet die private ägyptische Zeitung „Al-Shorouk“.

Offiziell bestätigt ist aber nicht, dass die beiden deutschen Opfer eines Dschihadisten wurden. Peter-Jürgen Ely, der ehemalige deutsche Honorarkonsul Hurghadas, kannte die Frauen schon seit Jahren. Die 56- und 65-Jährigen stammten aus der Nähe von Peine und seien immer wieder in das Taucherparadies am Roten Meer gekommen, um hier zeitweise zu leben. Beide hätten auch an den Treffen der deutschen Gemeinde vor Ort teilgenommen. Eine gemeinsame Bekannte habe die Opfer nach der Tat identifiziert, sagt Ely.

Wenn die Frauen nun Opfer eines Dschihadisten wurden, ist es nur das jüngste Kapitel im vom Terror geplagten Ägypten: Seit Dezember wurden bei mehreren Selbstmordanschlägen und Angriffen auf die christliche Minderheit im Land mehr als 100 Menschen getötet. Das schwerste Attentat gegen Urlauber war im Herbst 2015 ein Bombenanschlag auf einen russischen Ferienflieger. Alle 224 Menschen an Bord starben kurz nach dem Start im Badeort Sharm el Sheikh.

Der Staatliche Informationsdienst Ägyptens hob dabei hervor, dass die Gewalt gegen Touristen in Ägypten in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sei. Tatsächlich galten die Urlaubsgebiete am Roten Meer bis jetzt als weitgehend sicher. Was nichts daran änderte, dass nach dem Flugzeugabsturz 2015 Tausende Hotelzimmer leer standen, was der ohnehin kriselnden Wirtschaft des Landes empfindlich schadete. Jeder neunte Job in Ägypten ist direkt oder indirekt von Urlaubern abhängig.

Zuletzt jedoch ging es vor allem mit den deutschen Urlaubern wieder bergauf. Reiseveranstalter bezeichneten Ägypten schon als das Trendziel für den Winter. Für Hurghada, seine Hotels, Restaurants und Bars ist der Tod der Deutschen nicht nur eine menschliche Tragödie, sondern wohl auch eine wirtschaftliche Katastrophe.

„Was immer da genau passiert ist, ist natürlich wieder ein herber Schlag gegen den sich gerade wieder erholenden Tourismus in Hurghada“, sagt Marcel Lauck, der mit der Caribbean Bar eine der auch unter Deutschen beliebtesten Gaststätten betreibt.

Es tue ihm wahnsinnig Leid für die Angehörigen der Opfer, sagt er. Aber er bittet auch um Verständnis: Überall auf der Welt gebe es Verrückte, die irgendwann ausrasteten. „Dieses Mal leider in Ägypten.“ (dpa)

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