Iata

(0)

Betrüger ziehen Airlines ab

Ein Betrugsversuch findet laut dem Airline-Verband Iata bei 0,3 Prozent aller Flugbuchungen statt, die mit Kreditkarte bezahlt werden. Flugesellschaften werden so jährlich um mehr als 800 Mio. US-Dollar geprellt. Jetzt sagt Iata den Betrügern den Kampf an.

von Georg Jegminat, 07.01.2016, 14:31 Uhr
Betrüger nutzen häufig falsche oder gestohlene Kreditkarten für Flugbuchungen.
Foto: Thinkstock

Die Betrugsversuche seien ärgerlich für Airlines und Vertriebspartner, teilt Iata mit. Es fielen bei den Airlines direkt 640 Mio. Dollar, bei Reisebüros 220 Mio. Dollar Schaden an. Die Summe ist beachtlich, da Zahlungsdienstleister, etwa Kreditkartenunternehmen, bereits hochgerüstet haben, um verdächtige Buchungsversuche zu identifizieren und abzuwehren. „Iata engagiert sich, um der Industrie in Sachen Betrugsbekämpfung zur Seite zu stehen,“ sagte Aleks Popovich, SVP Finanz- und Distritutionsservices bei dem Unternehmen.

Nun soll über ein System bereits während der Buchungsanfragen über GDS nach Merkmalen von Betrügern gesucht werden. Die Iata greift dabei auf das Argus-System von Ypsilon.Net aus Frankfurt zurück. Ypsilon.Net war in Deutschland der erste IT-Dienstleister in der Reisebranche, der den Sicherheitsstandard PCI-DSS erfüllte.

Nach Einschätzung der Iata ist das speziell für die Touristik entwickelte Argus-System das einzige, das auch Buchungen von Agenturen analysieren kann. Egal, ob diese im Internet oder traditionell arbeiten. Ebenfalls einzigartig sei die Fähigkeit des Systems, direkt in Buchungen einzugreifen, so dass Airlines oder Agenturen entsprechend handeln können. Zum Beispiel indem sie ein Ticket stornieren oder gesondert überprüfen, ob der Kunde eine legitime Kreditkarte nutzt.

Ypsilon.Net analysiert auch Reisebüro-Buchungen

Hans-Joachim Klenz, Vorstandsvorsitzender von Ypsilon.Net, über Argus: „Die Kooperation mit Iata in Sachen Betrugsprävention zeigt, dass der Weltverband Ypsilon.Net vertraut.“ Mit Argus könnten Airlines und Agenturen ihre Umsätze steigern, weil sie viel mehr echte, ehrliche Buchungen zulassen können, statt sie mit einem groben Raster einfach zu blockieren.

Die Buchungen (PNR) prüft „Iata Argus“ nicht nur aufgrund der Airline-eigenen Daten, sondern auch mithilfe eines komplexen und umfangreichen Fraud-Risiko-Systems, das Ypsilon auf Basis der riesiger Datenmengen entwickelt hat, die in den verschiedenen Systemen vorliegen. Airlines und Agenturen können darüber hinaus eigene Black- und Whitelists einfügen.

Weitere Business Travel-News

Japanische Airline ANA
(0)

Geschlechterneutrale Toiletten in Lounges

Die ANA macht Ernst mit ihrer „Erklärung zur Vielfalt und Integration“ und führt unter anderem geschlechtsneutrale Toiletten ein. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen verstärkt für Vielfalt sensibilisiert werden. mehr

 

Aktienkurse nach dem Brexit
(0)

Kaum erholt, weiter geschwächt

Die Börsenkurse großer Reiseunternehmen und Airlines zeigen sich im Laufe des Freitags nach dem Brexit lustlos auf niedrigem Niveau. Mit neuer Hoffnung in die neue Woche, lautet jetzt das Motto. mehr

 

Brexit-Referendum
(0)

Britische Touristen ohne Geld im Ausland

Nach dem EU-Referendum gibt es Probleme beim Wechseln der britischen Landeswährung im Ausland. Über Twitter machen Betroffene ihrem Ärger Luft. mehr

 

DB-Chef Rüdiger Grube
(0)

„Fehler der Hotellerie nicht wiederholen“

Die Deutsche Bahn (DB) will die Entwicklung der eigenen Mobilitätsplattform forcieren. Bahn-Chef Rüdiger Grube fürchtet ansonsten, Geschäfte an andere Mobilitäts- und Vergleichsportale zu verlieren. Gleichzeitig gründet die Bahn eine eigene Digital-Ventures-Tochtergesellschaft. mehr

 
© 2016 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media