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Im Ewigen Eis

12.12.2011, 09:00 Uhr

Wie reisen Polarforscher?

von Oliver Graue

Schnee, eisige Temperaturen, Sturmtiefs: Wer zur Neumayer-Station III will, reist ungewöhnlich. Das gilt nicht nur für die intensiven logistischen Vorbereitungen, die ein Business-Trip an den Südpol erfordert, sondern auch für die Reise selbst.

Foto: Jessica Helmschmidt

Wie wenig dabei Flugpläne wert sind, erfuhren schon die Eröffnungsgäste der Forschungsstation des Alfred-Wegener-Instituts. Sie waren über Kapstadt angereist. Und sollten danach recht schnell wieder abreisen: Da die Meteorologen schlechtes Wetter für den nächstgelegenen Landeplatz, die russische Airbase Novo, prognostiziert hatten, warteten dort die Illjuschin-Maschinen nach Südafrika auf ihren Start. Doch das Tief war schon da, als die Geschäftsreisenden nach ihrem 700-Kilometer-Transfer mit Pistenbully und Propellermaschine in Novo eintrafen. Und so ging es ins „Flughafenhotel“: eine kleine Zeltsiedlung mit Heizlüftern und Plumpsklo. Aber mit viel russischer Gastfreundschaft.

Die Neumayer-Station III in der Antarktis kombiniert erstmals Forschung, Betrieb und Wohnen auf einer einzigen Plattform oberhalb der Schneeoberfläche. Innerhalb einer Schutzhülle sind 100 Container mit Wohnräumen, Küche, Messe und Krankenhaus sowie Labore, Funkraum, Sanitärräume, eine Energiezentrale und eine Schneeschmelze (für Trinkwasser) untergebracht. 16 km entfernt können Versorgungsschiffe anlegen. Im Antarktischen Winter, der neun Monate dauert, leben neun Personen in der Station. Nur über Funk sind sie mit der Außenwelt verbunden.

Dienstfahrt ins Eis

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung erforscht die Zusammenhänge des weltweiten Klimas und der Ökosysteme im Meer und an Land. Forschungsschwerpunkt sind die eisigen Welten der Arktis und Antarktis. Ziel ist es, die Veränderungen der Umwelt und des Erdsystems zu entschlüsseln, die teils natürlich, teils menschengemacht sind. Gegründet wurde das in Bremerhaven ansässige Institut 1980. Inzwischen zählt es 900 Mitarbeiter. die Wissenschaftler reisen entweder mit dem Forschungs- und Versorgungseisbrecher „Polarstern“ oder werden per Flugzeug auf eine der fünf Awi-Stationen in Arktis und Antarktis gebracht. Für die Logistik sorgt im Awi ein spezieller Dienst, an den sich alle Expeditionsteilnehmer wenden müssen: www.awi.de.




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