Schnee, eisige Temperaturen, Sturmtiefs: Wer zur Neumayer-Station III will, reist ungewöhnlich. Das gilt nicht nur für die intensiven logistischen Vorbereitungen, die ein Business-Trip an den Südpol erfordert, sondern auch für die Reise selbst.
Wie wenig dabei Flugpläne wert sind, erfuhren schon die Eröffnungsgäste der Forschungsstation des Alfred-Wegener-Instituts. Sie waren über Kapstadt angereist. Und sollten danach recht schnell wieder abreisen: Da die Meteorologen schlechtes Wetter für den nächstgelegenen Landeplatz, die russische Airbase Novo, prognostiziert hatten, warteten dort die Illjuschin-Maschinen nach Südafrika auf ihren Start. Doch das Tief war schon da, als die Geschäftsreisenden nach ihrem 700-Kilometer-Transfer mit Pistenbully und Propellermaschine in Novo eintrafen. Und so ging es ins „Flughafenhotel“: eine kleine Zeltsiedlung mit Heizlüftern und Plumpsklo. Aber mit viel russischer Gastfreundschaft.
Die Neumayer-Station III in der Antarktis kombiniert erstmals Forschung, Betrieb und Wohnen auf einer einzigen Plattform oberhalb der Schneeoberfläche. Innerhalb einer Schutzhülle sind 100 Container mit Wohnräumen, Küche, Messe und Krankenhaus sowie Labore, Funkraum, Sanitärräume, eine Energiezentrale und eine Schneeschmelze (für Trinkwasser) untergebracht. 16 km entfernt können Versorgungsschiffe anlegen. Im Antarktischen Winter, der neun Monate dauert, leben neun Personen in der Station. Nur über Funk sind sie mit der Außenwelt verbunden.