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Verbietet Uber!

Der US-Fahrdienst macht der Taxibranche mit unfairen Mitteln Konkurrenz. Und für die Kunden stellt er eine echte Gefahr dar.

von Oliver Graue, 12.06.2014, 14:16 Uhr
BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue
Foto: BizTravel

Zehntausende Taxifahrer haben in dieser Woche gegen den US-amerikanischen Fahrdienst Uber protestiert: Weltweit starteten sie zu Demonstrationsfahrten durch Großstädte. Dabei ist die Wut auf Billig-Dienste wie Uber keinesfalls auf Deutschland beschränkt. Nicht nur in Hamburg, München und Berlin protestierten die Taxifahrer, sondern auch in London, Paris und selbst in Chicago.

Das Prinzip von Uber ist ebenso simpel wie fragwürdig: Über eine Smartphone-App kann man ein „Taxi“ herbeirufen – allerdings kein echtes, sondern Privatpersonen in deren Privat-PKW. Die Preise sollen bis zu 40 Prozent unter den klassischen Tarifen liegen. Der Deutsche Taxiverband bezeichnet das Uber-Angebot als „zutiefst illegal“ – und er hat Recht. Anders als reguläre Taxifahrer verfügen die Privatpersonen weder über ein angemeldetes Gewerbe noch über einen Personenbeförderungsschein. Beides aber ist nach deutschem Recht Pflicht.

Die Stadt Hamburg hat einem in der Hansestadt aktiven Mitbewerber daher bereits das Geschäft untersagt, und ein Berliner Gericht verbot kurzerhand Uber per einstweiliger Verfügung. Das US-Unternehmen scheint sich um deutsches Recht aber wenig zu kümmern – es macht einfach weiter.

Das Absurde: Das Start-Up hat inzwischen 900 Mill. Euro Geld eingesammelt. Branchenexperten schätzen den Wert des Unternehmens, das auf einer schlichten virtuellen Smartphone-App basiert, sogar auf 13 Milliarden Euro. Fakt ist: Mit Uber wird ein regulierter Markt, wie ihn die Taxi-Branche darstellt, mutwillig und unnötig zerstört. Die einzigen, die profitieren, sind die Uber-Investoren, die für ihren Dienst satte Provisionen einstreichen und keine Gefahren eingehen. Verlierer sind die Kunden (siehe unten), aber auch die Fahrer, die alle Risiken tragen müssten und die für ihre Dienste mit Dumpinglöhnen bezahlt werden.

Es ist zu hoffen, dass die deutsche Politik hart und mutig gegen derartige Angebote vorgeht. Vor allem aber sollten Kunden sich nicht blenden lassen – schon deshalb nicht, weil die versicherungsrechtlichen Fragen ungeklärt sind. Wird ein normales Taxi in einen Unfall verwickelt, sind die Fahrgäste versichert. Dafür zahlen die Taxi-Betreiber hohe Versicherungsprämien. Ganz anders bei einer Privatfahrt: Stößt den Fahrgästen etwas zu, gehen diese laut Experten im schlimmsten Fall leer aus. Und handelt es sich um einen Geschäftsreisenden, könnte es für den Arbeitgeber teuer werden: Er hätte seine Fürsorgepflicht verletzt.

Dabei wäre ein Verbot von Uber & Co schon aus einem anderen Grund wünschenswert – um endlich ein Zeichen gegen den herrschenden Trend zu „immer billiger und immer weniger Qualitat“ zu setzen, der in vielen Branchen zum Alltag geworden ist. Wenn Washington und Brüssel meinen, eine solche Entwicklung fördern zu müssen, ist es deren Sache – in Deutschland sollten wir uns dagegen wehren, auch gegen die EU.

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