Deutscher Flugmarkt

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10 große Fragen zur Air-Berlin-Insolvenz

Jahrelang konnte Air Berlin dank etlicher Verkäufe von Unternehmenswerten und der Unterstützung von Geldgebern aus Abu Dhabi trotz tiefroter Zahlen überleben. Doch nun bleibt nur noch die Zerschlagung. Welche Folgen hat das für den deutschen Flugmarkt?

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22.08.2017, 11:48 Uhr

Nach jahrelangem Anhäufen hoher Verluste und dem Verkauf praktisch sämtlicher relevanter Unternehmenswerte war die Insolvenz der Air Berlin unausweichlich. Insider spekulierten bis kurz vor dem 15. August – dem Tag der Insolvenz-Anmeldung – lediglich noch darüber, wann der Exitus erfolgen würde. Die meisten hatten erwartet, dass dies keinesfalls vor der Bundestagswahl am 24. September 2017 geschehen würde. Doch es kam anders.

Knapp eine Woche nach der Insolvenz-Anmeldung von Air Berlin stellt sich die Lage momentan wie folgt dar.

10 große Fragen zu den Folgen der Air-Berlin-Insolvenz für den deutschen Flugmarkt:

1.) Was bleibt von der Marke Air Berlin nach der Insolvenz?

Höchstwahrscheinlich verschwindet der Markenname Air Berlin komplett aus dem Luftverkehr. Egal, welche Investoren bei der Verwertung der Unternehmensteile auch zum Zuge kommen werden, die Marke ist zu beschädigt, um für irgendjemanden noch von Nutzen zu sein. Vor allem gilt das Vertrauen der Reisenden als erschüttert.

2.) Was bedeutet der Marktausstieg der Air Berlin für den Wettbewerb auf innerdeutschen Flugrouten?

Die Vormachtstellung der Lufthansa Group stärkt dies in jedem Fall. Noch dominanter als schon Flixbus im innerdeutschen Fernbus-Markt bestimmt die größte deutsche Fluggesellschaft künftig das Geschehen auf innerdeutschen Flugrouten. Mehrere Versuche des größten europäischen Billigfliegers, innerdeutsch Fuß zu fassen, scheiterten. Weniger potente Wettbewerber würden von der Lufthansa nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit binnen kürzester Zeit aus dem Markt gedrängt.

3.) Wer könnte die Turboprops der Air Berlin übernehmen?

Ob es für diese Flugzeuge tatsächlich eine Nachfrage gibt, ist überaus fraglich. Vorrangig hatten die Bombardier-Turboprops der Air Berlin als Zubringer für deren Hubs in Berlin-Tegel und Düsseldorf gedient. Als Drehkreuz-Zubringer möchte diese aber nicht einmal die Lufthansa übernehmen. Es bliebe lediglich zu hoffen, dass sie einzeln an Fluggesellschaften weltweit verschoben werden. Aus dem deutschen Flugmarkt dürften sie jedoch weitestgehend verschwinden.

4.) Mit welchen Auflagen muss die Lufthansa rechnen, wenn sie tatsächlich bis zu 90 Jets der Air Berlin übernimmt?

Die aktuelle deutsche Regierung hat wenig Interesse daran, der Lufthansa Group irgendwelche Daumenschrauben anzulegen. Sie ist eher darauf erpicht, aus dem deutschen Champion einen europäischen Taktgeber zu entwickeln. Seit Jahren schon beklagt die Lufthansa, durch allerlei Faktoren am Standort Deutschland im globalen Wettbewerb benachteiligt zu sein. Ganz im Gegensatz zur Lufthansa sind deutsche Wettbewerbshüter wenig begeistert von der größeren Marktmacht der Airline vor allem auf innerdeutschen Routen. Es wird spannend, wie unabhängig von der Regierungspolitik der Wettbewerb im innerdeutschen Flugmarkt stimuliert werden könnte.

 
 
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