Sicherheit auf Geschäftsreise (Teil 1)

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Worauf es beim Risikomanagement ankommt

Unfall, Herzinfarkt, Überfall, Entführung: Das passiert immer nur den anderen. Von wegen: Notfälle auf Dienstreise sind häufiger, als viele annehmen. Machen Sie Ihr Unternehmen krisenfest!

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von Oliver Graue, 28.05.2014, 09:00 Uhr
Michael Wurche wurde 1983 in Bolivien entführt.
Foto: privat

Psychisch, sagt Michael Wurche, 70 Jahre alt, habe er es überwunden – ohne Trauma. Seiner Erzählweise ist jedoch in jedem Augenblick anzumerken, wie genau er sich an alles erinnert, an jeden Tag, an jede Stunde. An das, was er niemals vergessen wird und niemals vergessen kann. Obwohl die Ereignisse 31 Jahre zurückliegen: Wurche, damals Lufthansa-Manager im bolivianischen La Paz, wurde am 14. November 1983 von fünf bewaffneten Männern entführt – als er nach Feierabend, 20 Uhr, vor seiner Haustür aus dem Auto stieg.

Dass er zuvor drei Monate lang observiert worden war, erfuhr er erst hinterher. Geachtet hatte er darauf nicht: „Ich war sorglos und fühlte mich sicher“, erzählt er heute: „Meine mexikanische Frau, unsere beiden Jungs und ich lebten gern in Bolivien. Wir sprachen Spanisch, mochten die Menschen und hatten ein schönes Zuhause.“ Entführungen? Nein, an so etwas habe er nie gedacht. Passiert doch eh nur den anderen! Was er jedoch dann erlebte, waren die grausamsten Tage, an die er sich erinnern kann: Elf Tage lang hielten ihnen die Kidnapper – darunter ein Doktor der Rechtswissenschaften – in einer dunklen, eiskalten Lehmhütte gefangen, mit wenig Wasser, kaum Nahrung, einer Plastikschüssel als Toilette und angekettet. Mehrfach stand er kurz davor, erschossen zu werden. Er hatte Glück, er überlebte.

Heute berichtet Wurche in Vorträgen über seine Entführung. Er hat das Leid, das er erfahren hat, zu einer Mission gemacht: Er arbeitet für die Sicherheitsfirma Result Group und berät für sie Unternehmen, wie sie ihre Geschäftsreisenden auf Business-Trips und bei Entsendungen in riskante Länder vorbereiten können.

Ein Thema, das noch nie so wichtig war wie heute. Und das nach wie vor unterschätzt wird – obwohl es auf Kongressen immer wieder im Vordergrund steht. Und obwohl ein Wirtschaftszweig daraus geworden aus: Etliche Spezialversicherer und Sicherheitsunternehmen bieten sich den Firmen inzwischen an. Während die einen vor allem beratend tätig sind, halten andere Krisendatenbanken bereit, und wieder andere helfen bei medizinischen Notfällen oder bei Raubüberfall oder gar Entführung. Ihre Dienstleistungen sind alles andere als billig, und sie fungieren geräuschlos und diskret.

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