Business Charter

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Per Light Jet auf Geschäftsreise

Die Betreiber sogenannter Light Jets liefern sich einen Preiskampf. Firmenkunden zahlen für Flugzeuge daher wenig. Sie sollten aber auf einige Regeln achten.

von Sabine Neumann, 20.11.2013, 09:15 Uhr
Sogenannte Light Jets erfreuen sich bei Firmenkunden wachsender Beliebtheit.
Foto: Wikimedia

Hier tobt der Bär: Rund um die sogenannten Light Jets ist ein Preiskampf im Gange, und insbesondere mit dem Aufkommen der Very Light Jets ist er knallhart geworden. Doch so gut, wie sich das für Firmen und Geschäftsreisende auch anhört, es hat auch Nachteile: Vielen kleinen Betreibern fehlt es für derartige „Luft-Geschäfte“ an Erfahrung, Fachwissen und finanzieller Sicherheit. Und um in einem verschärften Wettbewerb überhaupt bestehen zu können, sind weitere Preissenkungen die Folge. Echte monetäre Gewinne bringt den meisten Anbietern eine solche Strategie allerdings nicht. Oft ist sie lediglich das kleinere Übel. Denn ein Lufttaxi, dass am Boden steht, kostet nur Geld – sobald es aber vermietet in der Luft ist, trägt es wenigstens dazu bei, einen Teil der Kosten wieder einzufliegen.

Firmenkunden tätigen ihre Jet-Buchungen zudem in aller Regel nicht direkt beim Jet-Betreiber, sondern gehen über einen sogenannten Broker. Teurer sind die Maschinen dadurch meist nicht, da Broker den Betreibern Zusatzgeschäft bringen und daher bessere Preise erhalten. Auch haben die Mittler den Vorteil, dass sie den Markt sehr gut kennen und möglicherweise nicht sichere Anbieter von vornherein ausschließen. „Das Weitervermieten der Jets ist für die meisten Betreiber nur ein Teil des Geschäftsmodells. Hierbei geht es vor allem um die Kostenminimierung“, erklärt Tom Engelhard, Chef der Privatjet-Sparte des Brokers Air Partner: „Als Mittler wissen wir sehr genau, welcher Privatjet gerade an welchem Flughafen steht. Somit können wir den Betreibern auch dabei helfen, leere und damit unwirtschaftliche Flüge zu gewünschten Abflugorten zu vermeiden, indem wir Kunden für solche Strecken finden.“

Bei Geschäftsreisenden besonders beliebt: Ultra Light

Ähnlich argumentiert Bettina Kaufmann, Deutschland-Chefin des Wettbewerbers Chapman Freeborn. „Der Markt wird einerseits von Konsolidierung im Linienverkehr und andererseits von Marktbereinigung durch insolvente Privatjet-Betreiber geprägt“, erklärt sie. „Das bedeutet, dass die Verhandlungsmacht der Airlines sowie die Einkaufspreise steigen. Auf der anderen Seite ist das Marktumfeld für Broker durch Wettbewerbsintensität und erheblichen Preiswettbewerb gekennzeichnet. Für Travel Manager heißt dies im Umkehrschluss, dass sie derzeit zu relativ günstigen Konditionen Charterflüge einkaufen können.“

Wie viel Firmen und Geschäftsreisende für die Anmietung eines Light Jets bezahlen müssen, hängt allerdings von unterschiedlichen Faktoren ab. „Neben der Anzahl der Fluggäste und deren individuellen Wünschen spielt auch der aktuelle Standort der Flugzeuge eine Rolle“, sagt David Bergold, Executive Jet Consultant bei Air Charter Service (ACS): „Wenn das Flugzeug extra geholt werden muss, also Positionierungsflüge nötig sind, wirkt sich das natürlich auf den Preis aus.“

Ob ein Jet-Betreiber gewinnbringend arbeiten kann, hängt laut Markus Ciravegna, Business Development Manager bei Pro Air, auch stark vom jeweiligen Flugzeugtyp ab: „So sind sogenannte Ultra Light Jets wie eine Citation Mustang mit vier Sitzen bei unseren Kunden sehr beliebt“, erklärt er. „Es gibt einige wenige Anbieter, die dieses Flugzeugmuster betreiben und damit auch Geld verdienen.“ Hinzu komme, dass potenzielle Flugzeugkäufer von Anfang an darauf achten sollten, zu welchem Luftfahrtunternehmen sie ihre Maschine geben: „Besteht schon Erfahrung mit dem Flugzeugtyp? Ist eventuell schon eines in der Flotte?“

Orientierung für Travel Manager

Travel Manager sollten auf die unabhängige Beratung von Spezialisten setzen, rät Sebastian Wozny, Chef des Privatjet-Segments des Brokers Pro Sky. Denn: „Stehen die Besitzer eines Jets insgesamt unter Druck – zum Beispiel bei einer negativen Geschäftsentwicklung – kann das auch den Betrieb der Maschine betreffen. Der Besitzer wechselt dann möglicherweise zu einem günstigeren Betreiber, der weniger Service und auch weniger Sicherheit bietet.“ Broker hingegen führten meist sehr aufwendige Systeme zur Bewertung von Fluggesellschaften.

Business Charter: Anbieter (Auswahl)

Air Charter Service: Broker mit Zugriff auf 50.000 Luftfahrzeuge. Seit Kurzem verstärkt in Deutschland tätig. www.aircharterservice.de

Air Partner: Weltweit tätig, deutsches Büro in Bergisch Gladbach bei Köln. Seit 50 Jahren auf dem markt, eigenes Sicherheitsbewertungssystem. www.airpartner.com

Chapman Freeborn: International seit 40 Jahren aktiv, 35 Büros in 25 Ländern. Seit einigen Jahren verstärkt auch in Deutschland. Sitz ist Köln. www.chapman-freeborn.com

Pro Air: Deutsches, inhabergeführtes unternehmen mit 70 Mitarbeitern und jährlich mehr als 1000 Einzelcharterflügen. Sitz ist Stuttgart. www.proair.de

Pro Sky: Weltweit tätiger, in Köln ansässiger Broker, spezialisiert auf „maßgeschneidertes Fliegen“. Preisberechnungstool und Sicherheitssysteme. www.pro-sky.com

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