Wissen für Tagungsplaner und Travel Manager

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Zertifizierte Business-Hotels

Sterne, Siegel oder Internet-Bewertungen: Wem sollen Firmen glauben, wenn sie eine geeignete Tagungsstätte oder ein gutes Seminarhotel suchen?

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von Sabine Neumann, 25.05.2012, 09:00 Uhr
Hinter welcher Tür verbirgt sich das perfekte Business-Zimmer? Travel Manager brauchen klare Kriterien.
Foto: iStockphoto

Peggy Gabriel wird deutlich. „Nein“, antwortet die Travel Managerin von Vattenfall kurz und klar auf die Frage, ob sie sich bei ihrer Hotelauswahl allein auf Sterne und Online-Kommentare stützt. Für Gabriel, die seit neun Jahren den Hoteleinkauf des Energieriesen leitet, ist die Qualitätsprüfung vor Ort entscheidend. „Sterne geben zwar einen Anhaltspunkt, aber keine Qualitätsgarantie“, sagt sie. „Und die Internet-Bewertungen sind zwar teilweise hilfreich, müssen aber auch geprüft werden.“

Gewusst wohin? Keine ganz einfache Frage, wenn es ums passende Business-Hotel geht. Schließlich haben Geschäftsreisende oder auch Tagungsplaner spezielle Anforderungen an „ihr“ Haus: Funklöcher und fehlende W-LAN-Zugänge sind ebenso eklatante Mängel wie zu geringe Lichtstärke und schlechte Matratzenhygiene. Hinzu kommen die korrekte Ausweisung der Hotelrechnung und die Lage. Natürlich gibt es nützliche Entscheidungshilfen. So vergibt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband einen bis fünf Sterne aufgrund von 270 Kriterien – allerdings richtet sich das Schema eher an den Bedürfnissen normaler Urlauber aus.

Für Urlauber, nicht für Tagungsplaner

Bei vielen Online-Portalen wiederum erfolgen die Gästebewertungen nach Punkten, angereichert durch persönliche Kommentare der Nutzer. Diese jedoch sind nicht nur mühsam zu lesen, sondern oft auch höchst widersprüchlich. Und nach wie vor sind sie häufig gefälscht. „Bis zu ein Drittel der Bewertungen sind Fakes“, schätzt beispielsweise der Touristikexperte Roland Conrady von der Fachhochschule Worms.

Auch für Peggy Gabriels Kollegen Olaf Lehmann, Travel Manager beim Pharmaunternehmen Grünenthal, sind Internet-Bewertungen daher ebenso wenig aussagekräftig wie Sterne. Lehmann kommt es vor allem auf Lage und Anbindung des Hotels an: Sind Geschäftstermin oder Meeting schnell zu erreichen? „Bei uns führen persönliche Erfahrungen, also ein internes Feedback, zu einer richtigen Entscheidung“, sagt er. Manche Firmen haben gar eine Datenbank aufgebaut, in der Geschäftsreisende nach jedem Business-Trip ihre Erfahrungen niederschreiben. Ein Rot-Gelb-Grün-Raster gibt eine Grobbewertung, und wer nähere Angaben wünscht, liest dann die Kommentare.

Ein Aufwand, den nicht jedes Unternehmen leisten kann. Für viele Betriebe bleiben daher die Sterne eine Art „objektiver Anker“, wie es Markus Luthe, Chef des Hotelverbands Deutschland (IHA), formuliert: „Für Travel Manager sind sie eine Erkennungsmelodie, aber sicher noch keine Symphonie.“

 
 
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