Grüne Tagungen

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Ausgezeichnete Tagungshotels

Die Nachfrage nach umweltbewusst handelnden Tagungsstätten wächst. Wir stellen die vier wichtigsten Zertifikate und ihre Kriterien vor.

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von Oliver Graue, 27.01.2012, 09:00 Uhr
BizTravel stellt die wichtigsten Öko-Siegel für Tagungshotels vor.
Foto: Melia Düsseldorf

Grün kann manchmal Lila sein. Letzteres zumindest ist die Farbe, die in der Bar des Düsseldorfer Meliá-Hotels dominiert. Grün hingegen ist die Philosophie: Als erstes Hotel in Deutschland trägt das Haus das Siegel „Biosphere Responsible Tourism“. Und gilt damit als besonders ökologisches Biosphären-Hotel.

Grün kann aber auch katholisch sein. So gehört das Schmerlenbacher Tagungszentrum des Bistums Würzburg zu jenen 60 Unterkünften, die Emas-zertifiziert sind (Eco-Management and Audit Scheme). Und schließlich kommt Grün mitunter sehr königlich daher: Erst wenige Wochen alt ist das „Certified Green Hotel“-Siegel des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR). Zu den 15 Hotels, die erfolgreich an der Erprobungsphase teilgenommen haben, zählt Schloss Neuhardenberg in Brandenburg.

Zurück auf der Agenda der Tagungsplaner

Noch scheint es zwar, dass in puncto „umweltbewusste Meetings“ mehr geredet als gehandelt wird. Und dass es vor allem Anbieter wie Hotels sind, die das Thema vorantreiben. Keine Frage: Auf Unternehmensseite steckt das Thema nachhaltige Tagungen noch in den Kinderschuhen. Doch die Nachfrage steigt. Grün steht – nach der Krise 2009 – wieder auf der Agenda der Tagungsplaner.

Als größtes Manko allerdings gilt die mangelnde Messbarkeit ökologischer Faktoren, vor allem, wenn man sie auf Kongresshotels oder Seminarstätten anwenden will. „Wann ist ein Hotel wirklich grün? Welche Kriterien muss es erfüllen?“, fragt Markus Große-Ophoff von der Bundesstiftung Umwelt. Er kritisiert die „undurchsichtigen Bewertungskriterien“ mancher Zertifikate.

Zwar gibt es inzwischen eine Reihe „grüner“ Gütesiegel. Doch nicht jeder Anbieter legt offen, nach welchen Faktoren er bei der Beurteilung vorgeht und wie er diese gewichtet. Zu den wichtigsten Zertifikaten gehören:

  • das von einem US-amerikanischen Privatanbieter verliehene Green-Globe-Siegel,
  • der von der Europäischen Union entwickelte Emas-Standard
  • sowie die Auszeichnung „Biosphären-Hotel“, die vom Unesco-nahen Madrider Institut ITR vergeben wird.
Neu ist das Siegel des VDR, das – für jeden einsehbar – 70 Kriterien in den Bereichen Energie, Wasser, Müll, Essen, Verkehr, Soziales und Information überprüft. Hotels, die 385 von 765 möglichen Punkten erzielen, dürfen sich mit dem Titel „Certified Green Hotel“ schmücken. Pate standen die Kriterien, die Beiersdorf-Eventchef Holger Leisewitz bereits 2010 für sein Unternehmen formuliert hatte. An Richtlinien für grüne Tagungen arbeiten auch die Veranstaltungsplaner.de.

Auch ein Kongress- oder Tagungshotel, das das Emas-Siegel beantragen will, muss sich von einem Umweltgutachter als sogenannter externer Auditor überprüfen lassen. Registriert wird er bei der IHK. Zwar orientiert sich Emas an den Umwelt-Anforderungen, die in der staatlichen Norm ISO 14001 verankert sind. Doch während diese nur von „Zielen“ spricht, geht es den Umweltgutachtern um die wirkliche Erfüllung der Kriterien – zur Prüfung gehört auch die Behördenabfrage.

 
 
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